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07.02.1997

Leserbriefe

Betrifft CW Nr. 51 vom 20. Dezember 1996, Seite 9: " Das ungeliebte Stiefkind der DV: Testing muß besser werden"

Düstere Aussichten

Leider muß ich den Feststellungen zustimmen. Software-Testing ist in der DV das ungeliebte Stiefkind schlechthin. Ich behaupte auch, daß dies den DV-Verantwortlichen nicht unbekannt ist. Nur, warum es ändern? Noch ist kein richtiger Druck da. Das Management vieler großer Unternehmen entscheidet sich heute meistens für Softwareprodukte eines der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Unternehmen, und damit hat sich's.

Es ist ja bekannt, daß dieses Produkt teuer ist, daß dafür zig Millionen ausgegeben werden müssen, und einige Jahre für die Installation werden sowieso gleich veranschlagt.

Bei Gesprächen mit gestandenen DV-Leitern und verantwortlichen Entwicklern erleben beziehungsweise hören wir leider noch viel zu oft folgendes: Projektteams mit 20 Mitarbeitern oder mehr werden gebildet, und von vornherein werden drei Viertel dieser Mannschaft für die "Wartung" (sprich Fehlerbeseitigung) der neuerstellten Software eingeplant. Wichtig ist: Zeitpläne müssen unbedingt eingehalten werden, egal wie gut oder schlecht die so entstandenen Programme sind.

An die Zukunft, an Release- oder Systemwechsel, wird nicht gedacht, oder die Gedanken daran werden verdrängt ("Wer weiß, ob ich in zwei bis drei Jahren noch für dieses Projekt verantwortlich bin"). Traurig, aber wahr.

Heinrich Bischoff, Geschäftsführer CWK Software & Service GmbH, 68229 Mannheim

Betrifft CW Nr. 2 vom 10. Januar 1997, Seite 7: "What's Next bei Apple"

Erlöser verspricht und hält

So oft kommt es ja nicht vor, daß die Welt mit einem Erlöser beschenkt wird, der sogar hält, was er verspricht. Im Fall Next gehöre ich zu den Jüngern einer Gemeinde, die ähnlich den Christen der frühkirchlichen Zeit verlacht, verfolgt, denunziert und gefoltert wurden.

Gefoltert immer dann, wenn ich auf einem MS-Rechner arbeiten, mich mit Unzulänglichkeiten beschäftigen mußte, die vom Rest der Welt als Feature anerkannt wurden. Wer jemals den Workspace eines Next betreten hat, weiß, wovon ich rede.

Denunziert immer dann, wenn ich mit meiner Arbeit schon fertig war, während andere noch mit Handbüchern und Read.me rangen. "Der arbeitet ja mit einem Next" lautete nicht selten der Anwurf wegen ungerechtfertigter Vorteilsnahme.

Verfolgt habe ich mich gefühlt, wenn dann doch einmal einige wissen wollten, was denn am Next dran ist und was einen erwachsenen Menschen dazu bringen kann, öffentlich zu sagen, daß er mit seinem Rechner zufrieden, ja glücklich ist.

Na ja, das mit dem Verlachen hört ja nun bald auf.

Ich erlaube mir, eine Vision zu beschreiben, deren Verwirklichung ernsthafte Chancen auf eine zum Guten gewandelte DV bieten würde. Openstep auf fast allen Industrieplattformen senkt die Einarbeitungszeit, Programme mit "fat binaries" machen die Versionspflege zum Kinderspiel, und ein überall gleiches Erscheinungsbild der Programme erlaubt eine bisher unbekannte Produktivität. Als Nebensache sei erwähnt, daß die gesamte Connectivity der Unix-Welt vorhanden ist.

Zwei Highlights zum Neugierigwerden kann ich mir nicht verkneifen. Dateisuche? Eben mal das Verzeichnis aufgemacht, den Ordner reingeworfen und durchsuchen lassen. Und lange Pfadnamen unter Unix eingeben? Ein Terminal geöffnet, den Ordner reingeworfen und die Return-Taste gedrückt.

So ganz nebenbei habe ich erfahren, was eigentlich "objektorientiert" heißt und mich mit Objectiv C beschäftigt. Wer jetzt noch prozedural denkt, darf in seiner Main Task bald den Gang zum Arbeitsamt einplanen. Die Zukunft gehört der Objektorientierung, und dazu zählt eben die Einsicht, daß die Welt nicht nur aus Wintel besteht.

Jürgen Rehmer, Leiter der Prozeßdatenverarbeitung, Stadtwerke Hannover