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03.11.1995

Leserbriefe/Cobol wird noch gebraucht

03.11.1995

Betrifft CW Nr. 42 vom 20. Oktober 1995, Seite 15: "Kampagne von Micro Focus: Objekte geben Cobol Zukunft"

Es stehen viel zuwenig positive, zukunftsorientierte Artikel ueber Cobol in den Fachzeitschriften. Wie kann man als Marktforschungsunternehmen nur so weit am Markt vorbeischiessen und

"die Cobol als ,so tot wie die Dinosaurier' bezeichnen" (Zitat CW). C und C++ haben zwar die PC-Welt erobert wie kaum eine andere Programmiersprache, alles schreit foermlich nach C/C++, aber wie sieht der Alltag in den Firmen aus? In den Unternehmen gibt es so viele Vorgaben und Restriktionen, was wie zu programmieren ist. All die schoenen "Schweinereien", die mit C/C++ moeglich sind und den Reiz dieser Sprachen ausmachen, muss man sich verkneifen. Was bleibt letztendlich uebrig? Pascal.

Cobol ist also so gut wie tot und nur noch da, um Uralt- Anwendungen zu warten? Ich frage mich, warum man eine rein technisch orientierte Sprache wie C weiterhin vergewaltigen soll, indem man selbst kaufmaennische Anwendungen damit programmiert. Es gibt fuer dieses Ressort nichts Besseres als das totgemarktforschte Cobol! Solange es kaufmaennische Anwendungen gibt, ist es sinnvoll und richtig, diese in Cobol zu realisieren, zumal ein moderner Cobol-Compiler einen genauso effizienten Code erzeugt wie ein C- Compiler. Dazu kommt noch, dass die objektorientierte Variante Object Cobol in der Konzeption C++ weit ueberlegen ist! Object Cobol ist dynamischer angelegt, ein Objekt zu aendern bedeutet hier zum Beispiel nicht, den gesamten Source neu zu kompilieren, sondern nur dieses eine Objekt. Oder: Im Unternehmen braucht man nur eine Klasse, um beispielsweise eine verkettete Liste aus beliebigen Objekten zu verwalten, weil hier mit typenlosen Objekt- Handles gearbeitet wird und nicht mit einem neuen Datentyp, der einen zur Verwaltung von Basisklassenzeigern und dadurch auch zu virtuellen Funktionen zwingt.

Die Entwickler von Object Cobol haben aus den Fehlern anderer gelernt! Oft macht man Cobol-Programmierern den Vorwurf, dass sie Romane schreiben, anstatt zu programmieren. Aber: Dieser romanhafte Code ist extrem leicht lesbar und dokumentiert sich zum Teil selbst. Er ist transparent und problemlos wartbar. Durch die Ausfuehrlichkeit des Codes vermeidet man auch viele Fehler, die in der unnatuerlichen Quellcodekomprimierung der C/C++-Sourcen wurzeln.

Cobol ist nicht tot! Wer solche Behauptungen aufstellt, geht nicht nur an der Realitaet vorbei, sondern verunglimpft zu Unrecht etwas, wozu es (vor allem im kaufmaennischen Bereich) keine vernuenftige Alternative gibt. Im Gegenteil, es sollte im PC-Bereich viel mehr mit Cobol gearbeitet werden, weil diese Sprache nicht schlechter ist als C, weil sie einem einheitlichen Standard unterliegt, weil Cobol auf allen Plattformen verfuegbar ist, weil es leicht erlernbar ist und vieles mehr. Uwe Rozanski, 91111 Schwabach