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16.02.1996

Leserbriefe/Nichts gegen Smalltalk

Steve McClure, Autor der kritisierten IDC-Studie, hat die Anmerkungen von Walter Koch an das Smalltalk Industry Council (Stic) weitergereicht. Reed Phillips, Sprecher des Gremiums, antwortet fuer McClure.

"Aufgrund des objektorientierten Paradigmas sind nil, false und true Instanzen, aber zugleich sind nil, false, true, self und super definierte und reservierte Woerter. Das jedenfalls legt der Entwurf zum ANSI-Standard fest. Eine Redefinition der Woerter wuerde waehrend des Compilierens Fehler erzeugen", schreibt Brian Barry von der Object Technology International Inc., Mitglied im Stic.

"Allerdings liessen einige aeltere Systeme einen verschwommeneren Gebrauch zu. Zum Beispiel war eine Umbenennung in Methoden oder die Benutzung als Instanzenvariablen moeglich. Heute jedoch generierten Smalltalk-Compiler bei der UEbersetzung entsprechende Fehler. Trotzdem laesst sich natuerlich Verhalten auf die Klassen Boolean oder Undefined Objects aufpfropfen - das allerdings verdeutlicht nur die Flexibilitaet von Smalltalk."

Dass Smalltalk fuer Echtzeit-Anwendungen unbrauchbar sei, ist nur ein Mythos. "Organisationen wie Tektronix, Texas Instruments, Voysys, Lockheed und das kanadische Verteidigungsministerium arbeiten schon seit Jahren erfolgreich mit Embedded-Echtzeitsystemen, die auf Smalltalk basieren", schreibt Barry.

Oft wird behauptet, die Garbage Collection von Smalltalk (automatische Speicherfreigabe nach dem Ableben von Objekten) fuehre zu unkalkulierbaren Zeiten der Programmausfuehrung. Deswegen liessen sich Garbage-Algorithmen nicht erfolgreich in Echtzeitumgebungen einsetzen. Die angebotene Loesung: Anwendungen schreiben, die keinen "Abfall" produzieren.

Das Aergernis besteht jedoch darin, dass die meisten Applikationen einen gewissen Bedarf an dynamischer Speicherallokation haben. Grosse, komplexe Systeme benoetigen sogar sehr viel davon. Insbesondere Multiprozessorsysteme stellen eine Herausforderung fuer das Speicher-Management dar. Deswegen gibt es fast keine Moeglichkeit, ohne irgendeine Art von automatischer Speicherverwaltung auszukommen. Die wesentliche Frage lautet demnach: Soll man eine eigene schreiben oder auf die von Experten zurueckgreifen? Wir empfehlen letzteres.

Smalltalk existiert seit 1976. Verglichen mit Cobol oder Fortran mag das nicht sehr lang erscheinen, doch kann Smalltalk als bewaehrteste Sprache unter den objektorientierten gelten. Viele Entwickler sind allerdings erst vor kurzem mit Smalltalk in Beruehrung gekommen, so dass ihnen die Sprache als eine neue Technik erscheint.

Dass es darueber hinaus nicht moeglich ist, zugleich mit Bibliotheken verschiedener Anwender zu arbeiten, gilt fuer alle objektorientierten Sprachen. Tatsache ist aber auch, dass das Smalltalk Industry Council hier einen weit besseren Job gemacht hat als vergleichbare Gruppen. So herrscht weitgehend Einigkeit ueber die Syntax, die Semantik und die Basisklassen. Um zudem die Portabilitaet zu erhoehen, sind fast alle Hersteller an der ANSI-Standardisierung beteiligt.

Reed Phillips, Executive Director for Smalltalk Industry Council, Infosic.org oder http://www.webpress.netstic.com