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01.03.1996

Leserbriefe/Problem 2000: Unbegruendete Panikmache?

Wer will da wieder aus welchen Gruenden Panik machen? Ver- kaeufer von obskuren Tools, die Sources nach Datennamen wie "ttmmjj" durchsuchen (Seite 32)? In den Firmen, die ich kenne, werden sicher keine Namen von Angehoerigen verwendet, dafuer aber sprechende Namen wie "LIEFT" fuer Liefertermin oder "BESTD" fuer Bestelldatum etc. Keine Chance fuer solche primitiven Loesungsansaetze. Tatsaechlich jedoch hat Herr Krueger (Seite 38) recht: "Aehnliche Vorhaben - etwa die Postleitzahlen - gingen praktisch mit der normalen Wartung ueber die Buehne."

Firmen mit einem vernuenftigen Software-Engineering haben zentrale Querverweisdateien fuer Daten aus mehrfach verwendbaren Quellen (Copies etc.) und stellen damit leicht fest, wo ein sechsstelliges Datum verwendet wird. Ausserdem wird haeufig mit einem Zaehlerdatum gearbeitet, das mit einer einfachen Umrechnungsroutine ein sechsstelliges Datum sicher interpretiert (besser und dauerhafter als auf Seite 46 als "Logikansatz" erlaeutert): Wuerde es - bezogen auf das heutige Tagesdatum - um mehr als 79 Jahre in der Vergangenheit landen, gehoert es in die Zukunft. Damit stimmen fast alle Interpretationen, da es kein Planungsdatum groesser "Heute + 20 Jahre" und ausserdem (ausser bei Pensionaeren und Literaturverzeichnissen) kein Datum aelter als 79 Jahre gibt.

Auch dass das Jahr 2000 ein Schaltjahr ist (Seite 43, im Gegensatz zu 1900 und 2100), ist doch eher eine Vereinfachung, da die meisten Routinen sich darauf beschraenken: "Schaltjahr ist, wenn das Jahr glatt durch 4 teilbar ist."

Interessant sind in dem Zusammenhang noch zwei Dinge:

1. Auf die fast schon polemische Aussage: "Man hoert hin und wieder, nur Cobol-Programme seien tangiert", antwortet Herr Paehlig (Seite 46) kurz und knapp: "Das ist voelliger Quatsch. Das Datum ist kein Problem der Programmiersprache."

2. Auf Seite 31 entdecken wir den Hinweis, dass in vielen Firmen noch eine grosse Anzahl von Programmen im Einsatz sind, die 20 Jahre und aelter sind.

Diese Tatsache sollten sich die Spezialisten hinter die Ohren schreiben, die meinen, man muesse alle zwei Jahre auf eine neue, modernere Programmiersprache wechseln, um am Ball zu bleiben. Natuerlich braucht man haeufig fuer neue Dinge neue Sprachen; doch Cobol ist und bleibt die Basissprache, in der sich langfristige Software-Investitionen absichern lassen.

Ich glaube nicht, dass ich am 31. Dezember 1999 mehr Ueberstunden mache als sonst. Ich glaube nicht, dass Ihr Thema 16 Seiten wert ist.

Volker Raschke, RSG Raschke Software GmbH, 12205 Berlin