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26.01.1996

Leserbriefe/Wunsch und Wirklichkeit

26.01.1996

Auf die lange Bank schiebt kein Unternehmen die Einfuehrung der Telearbeit, wenn sie sich lohnt und wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen stimmen. Die rechtlichen Unsicherheiten, die sich mit den organisatorischen und technischen Problembereichen ueberschneiden, stellen unseres Erachtens das Haupthindernis dar, was in dem genannten Artikel kaum Beruecksichtigung findet; denn bei der Telearbeit ist sowohl das Individual- als auch das kollektive Arbeitsrecht angesprochen. Hierbei geht es vom Arbeitnehmerbegriff, Weisungsrecht und Kontrolle, Beschraenkung des Haftungsrisikos auf vorsaetzliches Handeln und Kostentragungspflicht des Arbeitgebers ueber das Zugangsrecht des Arbeitgebers, des Betriebs- beziehungsweise Personalrats, von Gewerkschaftsvertretern und Aufsichtsbeamten, Datenschutz, Arbeitszeitrecht- und Arbeitssschutzrecht sowie mietrechtliche Probleme bis zum Betriebsverfassungsgesetz, um nur das Wichtigste zu nennen.

In fast allen Bereichen sind rechtliche Klarstellungen notwendig, um die Einfuehrung der Telearbeit nicht zu behindern beziehungsweise dem Unternehmen einen verlaesslichen rechtlichen Rahmen zu geben, um die Investitionsentscheidungen fuer Telearbeitsplaetze abzusichern auch im Interesse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Aufgrund der kontroversen Diskussion zwischen Arbeitgebern, Gewerkschaften, Verbaenden und Regierung vornehmlich um die Anwendung, Ergaenzung und Auslegung der in Frage kommenden Paragraphen des Betriebsverfassungsgesetzes sollte tatsaechlich ueberlegt werden, alle relevanten rechtlichen Rahmenbedingungen in bezug auf Telearbeit in einem Telearbeitsgesetz zusammenzufassen. Was bis dahin bleibt, ist die Regelung durch Betriebsvereinbarungen ueber "ausserbetriebliche Arbeitsstaetten" auf freiwilliger Basis. "Kenntnisse ueber konkrete Einfuehrungsschritte besitzen jedoch die wenigsten Unternehmen" ist sicherlich als ein Satz im oben erwaehnten Artikel anzusehen, der Betaetigungsfelder fuer die Zukunft verspricht.

Christian Zschaber, Unternehmensberatung, Koeln.