Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

25.02.1977 - 

Universitätsbibliothek Ulm nach Umstellung auf EDV:

Leserservice verbessert- Kosten gesenkt

ULM - "Nur 28 Pfennig kostet uns das Erstellen einer Bibliotheks-Katalogkarte mit Hilfe der EDV", erklärt der Leiter des Ulmer Universitätsrechenzentrums, Dipl.-Mathematiker

Theo Hansen. Er sieht damit den Aufwand für die Entwicklung (insgesamt zwei Mannjahre) und Anwendung der in Zusammenarbeit mit der Ulmer Universitätsbibliothek "selbstgestrickten" Katalogisierungssoftware (siehe letzte Seite: Stiefkind des Staatssäckls") "in jeder Hinsicht minimiert".

Bereits im November 1974 begannen die Ulmer mit der Konzipierung eines

eigenen Programmsystems zur Erstellung der Katalogkarten für Formal- und Sachkataloge. Das bis dato benutzte halbautomatische System "FRIDEN Flexowriter 2201/Selectadata

2214" war durch mechanische Verschleißerscheinungen und wegen fehlender Ersatzteile ausgefallen. Hansen weiter: "Die vorhandenen Hersteller-Programme, wie beispielsweise das Bibliotheks-Automatisierungs-System BAS von Telefunken, waren für uns

zu aufwendig und kostspielig."

OCR-A-Erfassung

Ausgangspunkt für die "Katalogkartenerstellung Ó la Uni Ulm" ist ein in elf Hauptkategorien gegliedertes Datenerfassungsschema, in das die Bibliothekare alle für die Katalogisierung erforderlichen Daten eintragen: Verfasser, Herausgeber, Sach- und Untertitel, Erscheinungsort, Verlag oder Schlagwörter. Diese Angaben werden von Datentypistinnen mit normalen IBM-Kugelkopfschreibmaschinen in OCR-A-Schrift auf Belegleserformulare übertragen. Das im Uni-Rechenzentrum installierte Beleglesersystem Control Data SC 1700/CD955 liest die Belege, prüft und formatiert die erfaßten Daten und gibt sie anschließend auf Magnetband aus. Die Banddatei wird dann auf einer TR 440 sortiert, aufbereitet und über einen Fernschreiber Data Printer 300 von GNT Automatic ausgegeben, der in der Datenerfassungsabteilung der Uni-Bibliothek installiert und online an den Rechner angeschlossen ist. Dabei werden gleichzeitig zwei Katalogkarten nebeneinander auf Endloskarton ausgedruckt.

9336 Titel, 91078 Karten

Da der Fernschreiber gleichermaßen Dialogterminal und Ausgabedrucker ist, können die Bibliothekare selbständig ihre Programme aufrufen und

den Ausdruck der Katalogkarten veranlassen. Auf diese Weise wurden 1975

in Ulm 9336 Buchtitel bearbeitet und 91078 Katalogkarten erstellt. Zur Zeit

werden täglich durchschnittlich 48 Titelaufnahmen eingelesen; das sind rund 55 Belege und 600 Katalogkarten. Damit wurde die Aufnahmekapazität der Uni-Bibliothek gegenüber früher

nahezu verdoppelt - den bedeutendsten Vorteil der neuen EDV-Anwendung sieht Theo Hansen jedoch in der Beibehaltung der herkömmlichen Zettelkataloge: "Bei uns wird nicht der Nonsens der Bandkataloge gemacht", kritisiert er die neuerdings üblichen "Endloskataloge". Ihn stört besonders der "hohe Änderungs- und Einfügungsaufwand". Das Katalog-Projekt läuft nach Angaben der Bibliotheksdirektorin Frau Dr. Rehm "zur größten Zufriedenheit".

Ulm im Dimdinet

Darüber hinaus ermöglicht die Ulmer Uni-Bibliothek ihren Benutzern neuerdings "als bisher noch einzige Hochschulbibliothek der Bundesrepublik" Informationen über spezielle biomedizinische Literatur per Terminal vom Deutschen Institut für Medizinische Informationen (DIMIDI) in Köln abzurufen: Durch eine Beschleunigung der Literaturdienste mit Hilfe der elektronischen Datenverarbeitung glaubt Frau Dr. Rehm den Lesern eine guten Service zu bieten: "Wir lösen damit unsere wichtigste Aufgabe - die Versorgung der Benutzer mit für sie relevanten Informationen - nahezu optimal", beschreibt sei den Wert der EDV-Untrstützung in ihrer Bibliothek.