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16.04.1981 - 

Bildschirmtext - die neue Dimension der Datenfernverarbeitung

Letzter Teil

IV. Siemens-Konzept Inhouse-Zentrale

BTNI (Bildschirmtext-Netzanschluß für Inhouse-Zentralanwendungen) ist ein modifiziertes BTNA-SW-Paket das den Betrieb von BT-Dialogen über lokal am Vorrechner angeschlossene BT-Terminals erlaubt (über das in Bild VIII eingezeichnete T3000-Endgerät, welches über ein D1200-Halbduplex-Modem an den PIN-LAUF-Port des Vorrechners über das Fernsprech-Netz angeschlossen ist. Im übrigen können über die Inhouse-Zentrale hinsichtlich der angeschlossenen User-Prozesse alle Kopplungen zwischen BT-SW und Anwender Programmen beziehungsweise Anwender-Datenbanken hergestellt werden, die auch im Rahmen des externen Rechneranschlusses eingesetzt werden können. Eine Inhouse-Zentrale (auch privates Datenbanksystem mit BT genannt) kann wie in Bild IX am BT-Dienst partizipieren.

V. Bildschirmtext in der real existierenden EDV-Landschaft

V.1 Organisatorische Einordnung

Beim potentiellen Nutzer von BT-Systemen kommt es - zumindest in der jetzt festzustellenden breiteren Anlaufphase von derartigen Systemen - anfangs häufig zu Mißverständnissen darüber, wo die organisatorische Einordnung erfolgen soll, zum Beispiel bei der

a) allgemeinen Organisation

b) Textverarbeitung

c) EDV-Abteilung

d) Fachabteilung

e) und andere, zum Beispiel Nachrichtentechnik

Nach Lage der Dinge steht es außer Frage, daß das allgemeine BT-System auf der Basis der ISO-Architektur das die verschiedenen Rechner- und Benutzergruppen vernetzende "Electronic Highway System" der Zukunft schlechthin darstellen wird. Das heißt BT ist ein Zentralthema künftiger EDV-Systeme und gehört demgemäß funktional zu der EDV-Organisation. Entsprechend unterliegt der Systementwurf auch den Regeln der gewöhnlichen Systemanlyse.*

* Vergleiche hierzu: Lazak, D.: Arbeitshandbuch zur Systemanalyse und exakten Unternehmensoptimierung, München 1973.

V. 2 BT und Datenschutz

Zweifellos gehören künftige BT-Netze mit ihren verflochtenen Zugangsmöglichkeiten zu verschiedensten Datenbanken zu den Themen für den Datenschutz. Das heißt BT wird mindestens dieselben Ansprüche an die Erfordernisse des Datenschutzes stellen wie gewöhnliche EDV-Systeme.

V. 3 BT und Datenbanken

BT-Systeme können im simpelsten Fall auf relativ einfach strukturierte BT-Seitenspeicher als ein 1:1 -Abbildungsmedium der Bildschirminhalte zugreifen. Insofern existieren hier besonders einfach strukturierte Datenbanken. Darüber hinaus besteht jedoch die praktische Möglichkeit, wie in IV. geschildert - auf beliebige bereits existierende Datenbanken zuzugreifen. Das heißt hier kommen reine EDV-Aspekte zum Tragen.

V. 4 BT und Datenfernverarbeitung

BT-Systeme sind vom Konzept der DBP keine isolierten Sondernetze, sondern sie sind in die allgemeinen DFV-Systeme vernetzt eingebettet

(siehe III.). Das heißt es wäre grundsätzlich irrig, von der Höhe der existierenden DFV auf BT "herabzublicken", etwa im Sinne eines primitiven Sondernetzes. Mit den zukünftigen digitalen Übertragungsmöglichkeiten im Fernsprechnetz entsteht vielmehr die Möglichkeit, im BT eine Integration verschiedener derzeit getrennter DFV-Dienste durchzuführen.

V. 5 BT und Endgeräte

Die zu erwartende Endgerätevielfalt auf dem BTX-Sektor dürfte die Vielzahl der EDV-Endgeräte übertreffen, da viel größere und vielschichtigere Benutzergruppen angesprochen werden. Darüber hinaus ergibt sich eine virtuelle Multifunktionalität von BT-Endgeräten, die sich wie folgt darstellt:

a) Der Bildschirm sollte mindestens entsprechend viele Rasterpunkte umfassen, um die maximale Zeichenzahl anderer Terminals darstellen zu können.

b) Dieses viele Dienstfunktionen logisch integrierende virtuelle multifunktionale BT-Terminal soll so viele lokale Decoder- und Prozessoren-Intelligenz haben, daß beispielsweise durch Drücken einer geeigneten Funktionstaste

b,) eine Weiche im jeweiligen Terminalanschluß zu dem benötigten Übertragungsdienst geschaltet wird, zum Beispiel:

- Kabel-TV-Dienst

- BT-Dienst

- Datenfernverarbeitungsdienst

- Telex

- Datex

- Telefax

- Videotext

- etc.

b) die entsprechenden Decoder-, Format-, Speicher-, Druck-, Lesefunktionen im Terminal aktiviert werden.

Eine derartige multifunktionale Workstation wird also auf Knopfdruck eine Vielzahl von Diensten zur Verfügung stellen können, ohne bei Benutzer zu einer Endgeräteanhäufung zu führen, die sich dann ergeben würde, wenn man für jeden Dienst ein separates Endgerät aufstellen müßte. Ein künftiger Großbildschirm geeigneter Logik wird sich also auf Knopfdruck "virtuell" so verhalten wie ein reales Terminal des jeweils angewählten Dienstes. Man kann hier auch von einer Diensttransparenz künftiger multifunktionaler BT-Stationen sprechen.

V. 6 BT und öffentliche BT-Zentralen

Die Leistungsfähigkeit des künftigen BT-Systems wird wesentlich durch die HW- und SW-Struktur der ÖBT-Zentralen bestimmt. Hier sind sehr hohe Transaktionsdurchsatzraten zu erwarten, die wahrscheinlich im Endausbau nicht Monoprozessoren abgewickelt werden können sondern besonders leistungsfähige Multiprozessoren erfordern. Die Transaktionsdurchsatzrate einer öffentlichen BT-Zentrale kann nach folgender Formel abgeschätzt werden: Transaktionen/sec = f * Teilnehmerzahl/60 * 1/30 sec

f = systemspezifischer Faktor

V. 7 BT und ISO-Architektur

Auf diesen Punkt wurde bereits in den vorausgegangenen Kapiteln ausführlich hingewiesen. Insbesondere ist zu erwarten, daß durch diese ISO -Architektur auch

die oben erwähnte Diensttransparenz in Zukunft sichergestellt werden kann.

V. 8 Bt-Märkte

Aus Sicht der HW- und SW-Hersteller zeichnen sich folgende BT-Märkte ab:

a) Endgeräte

b) Öffentliche BT-Zentralen (HW+SW)

c)externe Rechner(HW+SW)

d) Inhouse-Zentralen (HW+SW)

e) Dienstleistungen für BT-Systeme

f) Kommunikationseinrichtungen (DFÜ)

Die Marktvolumina in Geldwert ausgedrückt, liegen schwerpunktmäßig sicherlich bei den Endgeräten.

V. 9 BT und Kabelfernseh-Pilotprojekte

BT-Systeme können in Kabelfernsehsysteme integriert werden:

a) durch vollständige Nutzung der Koaxkabel zur Bild- und Prozedurübertragung

b) durch Nutzung der Kabel nur zur Bildübertragung und parallelem Gebrauch des Fernsprechnetzes zur Prozedurabwicklung.

Weiterführende Literatur zum Thema Bildschirmtext

FEDIDA, Sam: Viewdata - The Past Office's Visual Information and Communication System Part 1 Background and Introducation. In: Wireless World, February 1977, Vol. 83, p.32

RUPP, Erik P: Bildschirmtext, Technik-Nutzung Marktchancen. München, Wien 1980.

DlEBOLD DEUTSCHLAND GmbH (Hrsg.): Bibliographie Bildschirmtext, Frankfurt 1980 (Enthält ca. 400 Literaturstellen)

DIEBOLD DEUTSCHLAND GmbH (Hrsg.): Proceedings, Bildschirmtextkongreß 1980. Frankfurt 1980 )

ONLINE CONFERENCES Ltd. (Hrsg.): Viewdata 80, First World Conference on Viewdata Videotex & Teletext, 26-28 March 1980, London. Northwood Hills, Middx 1980

ONLINE GmbH (Hrsg.): Online '80, 3. Fachkongreß für Daten und Textkommunikation. nenne GmbH, Am Buschkamp 10, 5620 Velbert 1, 1980.

ONLINE GmbH (Hrsg.): Online '81, 4. Europäischer Messekongreß für Telekommunikation Teil und Teil 2. Online GmbH, Am Buschkamp 10, 5620 Velbert 1,1981

VERNIMB, C. and SKYVINGTON, W. (Hrsg.): Videotex in Europe, Conference Proceedings Leamed Information (Europe) Ltd. Besselsleigh Road, Abingdon, Oxford Ox 13 6EF, England 1980

DER BUNDESMINISTER DES INNEREN (Hrsg.): Einheitliche Höhere Kommunikationsprotokolle, Ebene 4, Version 2.0. OI 3-195-846/2, AG DFV 6/81- Bonn März 1981

FERNMELDETECHNISCHES ZENTRALAMT (Hrsg.):Benutzerhandbuch DATEX-P, N-I 931194 958/79; 6100 Darmstadt 1980

MARTIN, J,: Future Developments in Telecommunications (2nd edition). Englewood Cliffs 1977 COMPUTERWORLD (Hrsg.): Computerworld Extra, Data Communications: The Changing Landscape. Vol. XV, No. 11a/March 18, 1981.