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07.03.1980

"Lex Hertie"

Mit dem Ohrwurm "Computerleistung am Arbeitsplatz" bestimmt der Trend zum "Distributed Data Processing" zwar nach wie vor die Computerszene - doch eine Tendenzwende zeichnet sich ab: Die Verteilung von Intelligenz wird nicht mehr von allen Aposteln der Computer-Science als unabdingbare Voraussetzung für wirtschaftliche Datenverarbeitung angesehen - man ist sogar stolz darauf, sich wieder offen zu Großrechner-Konzepten bekennen zu können.

So wird kein geringerer als der amerikanische DV-Fachpublizist Herb Grosch eine Burroughs-Seminarveranstaltung auf der Hannover Messe einleiten. Von Grosch stammt bekanntlich der Satz, daß bei einer Überdimensionierung der Hardware die Kosten des Gesamtsystems nicht linear, sondern unterproportional (mit der Überdimensionierung) steigen (Grosch'sches Gesetz).

Es ist müßig, darüber zu streiten, ob Grosch recht hat oder nicht. Der Großrechnergedanke war eigentlich stets lebendig. Man sehe sich dazu die Marktzahlen an: In Europa entfielen 1979 ganze sechs Prozent der Gesamtumsätze von DV-Herstellern auf Distributed Data Processing-Produkte, wie die jüngste Studie der International Data Corporation (IDC) zeigt (CW-Nr. 9 vom 29. Februar 1980, Seite 16). In absoluten Zahlen: Der DDP-Umsatz bezifferte sich auf 189 Millionen Dollar bei 2,9 Milliarden Dollar Gesamtumsatz. Bis 1983 soll der DDP-Umsatz in Europa nach IDC-Prognosen zwar auf 878 Millionen Dollar wachsen - aber auch das wären erst zwölf Prozent vom Gesamtumsatz, der bei 7,4 Milliarden Dollar liegen dürfte. Man sieht, das beste Geschäft machen die Hersteller im Bereich der Groß-EDV. Und dies wird mit Sicherheit so bleiben. Denn der Anteil der Hardware am Preis des Gesamtsystems nimmt weiter ab, so daß "Mini"-Hardware immer weniger zur Gewinn-Realisierung des Herstellers beitragen kann. Mangels einer Software, die als Erlös-Vehikel dienen könnte, muß den Herstellern an einer Vermarktung großer Systeme gelegen sein, zumal nur diese den Einsatz kostspieliger Marketing- und Vertriebspower rechtfertigen. Endpunkt der hier angedeuteten Entwicklung könnte sein, daß Rechner der IBM - 4300 Größenklasse einmal über Kaufhäuser vertrieben werden. Folgt auf das Gresch-Modell die "Lex Hertie"?