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Deal rechtzeitig vor Weihnachtssaison besiegelt


04.10.2002 - 

Lexmark hilft Dell mit Druckern aus

MÜNCHEN (CW) - Dell hat Lexmark als Partner für sein künftiges Druckergeschäft gewonnen. Laut den bislang bekannt gewordenen Einzelheiten des Vertrags wird Lexmark zunächst Dells bevorzugter Druckerlieferant. Im nächsten Jahr wollen beide Unternehmen eine Produktlinie unter dem Markennamen Dell entwickeln und auf den Markt bringen.

Es wird keine Exklusivfreundschaft zwischen Dell und Lexmark geben, erklärte Dell-Sprecher Jess Blackburn anlässlich der Bekanntgabe des Deals. Solange sich das Abkommen für beide Seiten rechne, werde die Partnerschaft funktionieren. Mit Einzelheiten zum Vertrag wollten bislang allerdings weder Dell noch Lexmark herausrücken. So gibt es keine Informationen über die finanziellen Konditionen und die geplanten Stückzahlen, die über den direkten Vertriebskanal Dells fließen sollen. Man habe die Elemente der Vereinbarung noch nicht im Einzelnen diskutiert, erklärte Lexmark-Sprecher Tim King.

Dell-Drucker kommen 2003

Bekannt ist bisher, dass Lexmark künftig der bevorzugte Druckerlieferant des im texanischen Round Rock ansässigen PC-Herstellers sein wird. Allerdings würden laut Blackburn auch in Zukunft Drucker anderer Hersteller angeboten. Dazu gehörten nach wie vor Geräte von Hewlett-Packard, die Dell nach der Kündigung der Lieferverträge von Seiten HPs über andere Kanäle einkaufe.

Bis Mitte 2003 sollen Drucker unter dem Markennamen Dell herauskommen. Diese Geräte werden von Lexmark gefertigt. Befürchtungen, die Dell-Drucker könnten den eigenen Produkten Konkurrenz machen, spielt Lexmark-Sprecher King herunter. Der Anteil des OEM-Geschäfts, das beispielsweise über IBM, Legend und künftig Dell generiert wird, sei im Vergleich zum Retail-Kanal und dem Direktvertrieb Lexmarks gering. So mache der OEM-Anteil unter zehn Prozent der Gesamtstückzahlen aus.

Experten gehen davon aus, dass der Direktvertreiber Dell mit dem neu gestarteten Druckergeschäft HP Marktanteile vor allem im lukrativen Geschäft mit Verbrauchsmaterialien wie zum Beispiel Tintenpatronen abjagen möchte. Das wird jedoch nicht einfach, glaubt Charles Wolf, Analyst des Investmentbankers Needham & Co. So werden bislang über 80 Prozent aller weltweit verkauften Tintenpatronen über Retail-Märkte abgesetzt. Die Anwender brauchen die Patronen in aller Regel sehr schnell. Dies funktioniere mit einer Bestellung per Telefon oder Internet und der anschließenden Lieferung via Post jedoch nicht.

Für Lexmark berge der Deal nach Einschätzung von Insidern ebenfalls einige nur schwer kalkulierbare Risiken. So bestehe die Gefahr, dass Dell in seinem Kampf um Marktanteile, der sich in erster Linie gegen HP richtet, seine eigenen Drucker zu Dumping-Preisen anbietet und damit einen Preiskrieg anzettelt, der letztendlich auch Lexmark schaden könnte. Dies will Gary Morin, Lexmarks Chief Financial Officer (CFO), jedoch nicht wahrhaben. "Wir werden uns nicht selbst in den Fuß schießen", versichert er.

Allerdings stand der in Lexington, Kentucky, ansässige Druckerhersteller zuletzt unter dem Druck, sich neue Absatzkanäle zu suchen, um weiterhin zu wachsen. So verlor Lexmark in diesem Jahr Compaq als wichtigen Partner im Druckergeschäft. Der PC-Hersteller verkaufte im letzten Jahr rund 1,6 Millionen Lexmark-Drucker. Nach der Fusion mit HP fiel Compaq als Abnehmer weg. Diesen Ausfall glaubt man, mit Dell kompensieren zu können. Die Texaner verkauften zuletzt rund zwei Millionen Drucker pro Jahr, darunter Marken wie HP, Lexmark, Seiko, Epson und Brother. (ba)

Abb: Druckermarkt in Europa

HP dominiert mit einem Anteil von 47 Prozent Europas Druckermarkt. Quelle: Gartner