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01.05.1987

Liberal Ó la française

Aus Sicht der französischen Regierung ist die Entscheidung, die ehemalige ITT-Tochter CGCT dem Konsortium Ericsson-Matra zuzusprechen, sicherlich die eleganteste Lösung. Man konnte sich ohne allzu großen Gesichtsverlust aus der Affäre ziehen und den politischen Schaden begrenzt halten.

Ein Votum zugunsten von Siemens hätte in der derzeitigen handelspolitischen Konfrontation zwischen den USA und den Europäern noch Öl ins Feuer gegossen und neuen Zündstoff geliefert. Bei einem Votum zugunsten von AT&T wäre Paris mit Fug und Recht vom Schatten der Unidata-Pleite eingeholt worden und hätte sich den Vorwurf eingehandelt, zwar ein europäisches Credo auf den Lippen zu führen, aus wirtschaftspolitischem Opportunismus aber dann doch der Kooperation mit einem US-Unternehmen den Vorzug zu geben.

Die "schwedische" Lösung hat freilich einen weiteren Vorteil: Die Franzosen können sich als Bannerträger des Liberalismus profilieren und gleichzeitig handfeste nationale Industriepolitik zugunsten der Alcatel N.V. betreiben.

Dieses Joint-venture aus CGE und ITT, das Anfang des Jahres endgültig unter Dach und Fach gebracht und schon im Vorfeld als neue Nummer zwei nach AT&T auf dem weltweiten Telecom-Markt gefeiert wurde, braucht Zeit, um sich erfolgreich zu etablieren. Zwar hätte man sich mit Siemens oder AT&T zunächst nur bei der öffentlichen Vermittlungstechnik eine schwergewichtige Konkurrenz ins Land geholt, doch ist die Position eines Zweitlieferanten der Postverwaltung auch von Vorteil für den Einstieg in den privaten Telecom-Bereich - möglicherweise zu Lasten von Alcatel. So liberal mochte Paris dann wohl doch nicht sein.