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10.05.2002 - 

Umfrage des Ifo-Instituts

Licht und Schatten bei IT-Dienstleistern

MÜNCHEN (CW) - Erste zaghafte positive Signale registriert das Ifo-Institut: Eine Befragung der Marktforscher ergab, dass die deutschen IT-Service- und Softwareanbieter nicht mehr ganz so pessimistisch in die Zukunft schauen. Allerdings werten die Ifo-Experten diese Äußerungen noch nicht als Trendwende.

Die Umfrage der Marktforscher fand im Januar und Februar 2002 statt. 371 Unternehmen füllten den Fragebogen vollständig aus; 165 Testteilnehmer beteiligten sich an einer Online-Befragung. Gemessen am geschätzten Gesamtumsatz der Branche (etwa 31,7 Milliarden Euro laut der Management-Beratung Diebold) repräsentieren die einbezogenen Betriebe rund ein Drittel des deutschen Marktes für Software und IT-Dienstleistungen. Die Befragung ergab, dass der viel beachtete Geschäftsklima-Index erstmals seit den Herbstmonaten vor zwei Jahren wieder steigt, allerdings vom niedrigsten jemals gemessenen Niveau aus. Der Index ist der Mittelwert aus den Firmenmeldungen zur aktuellen und der in den nächsten Monaten erwarteten Geschäftslage.

Vorsichtiger OptimismusDie Bewertung fiel auch deshalb nicht ganz so schlecht wie erwartet aus, weil sich im letzten Quartal 2001 die schlimmsten Befürchtungen nicht bewahrheiteten. Verglichen mit dem desolaten dritten Quartal 2001 hat sich die Stimmungslage ein wenig verbessert. Die Geschäftsaussichten für das gesamte erste Halbjahr 2002 wurden, so das Ifo-Institut in seiner Analyse, mit vorsichtigen Optimismus eingeschätzt. 25 Prozent der Teilnehmer erwarten einen günstigen Geschäftsverlauf. Allerdings rechnen auch 18 Prozent der Anbieter mit einer Verschlechterung der Lage. Immerhin steigt auch hier der Saldowert, also die Differenz zwischen positiven und negativen Urteilen, auf sieben Prozent. Im vorhergegangenen Quartal hatte die Differenz sechs Prozent betragen (siehe Grafik "Geschäftserwartungen der nächsten sechs Monate"). Auf eine Trendwende weist dies nicht hin. Dafür müssten sich die Zukunftseinschätzungen der Unternehmen mehrmals hintereinander verbessern.

Zu schaffen macht den Unternehmen nach wie vor der magere Auftragsbestand. 40 Prozent der Betriebe erachten ihn als zu klein. Bereits seit der zweiten Jahreshälfte 1999 schmilzt das Polster an Bestellungen kontinuierlich. Gegenüber dem dritten Quartal 2001, als das Urteil der Dienstleister über die Auftragsreserven so schlecht wie noch nie ausfiel, ergab sich nur eine marginale Besserung.

Nach wie vor FachkräftemangelVielen Unternehmen bereitet dies mittlerweile ernsthafte Sorgen. 50 Prozent bezeichnen den Nachfragemangel als Gefährdung für das Geschäft. Vor Jahresfrist waren es nur rund 18 Prozent. Trotz nachlassenden Umsatzwachstums brennt den IT-Dienstleistern nach wie vor der Mangel an geeigneten Fachkräften auf den Nägeln. Zwar sind die Klagen deutlich seltener gewonnen, dennoch kreuzt immerhin noch jeder fünfte Betrieb den Mangel an Experten als geschäftshemmend an.

Aufgeschlüsselt nach Sparten ergibt sich ein wenig einheitliches Bild. Der Geschäftsverlauf im Bereich Consulting und Projektservices hat sich nach dem Einbruch im dritten Quartal des letzten Jahres leicht erholt. Auch bei den System- und Network-Operations (vergleichbar mit Outsourcing-Services) sowie den Wartungsdiensten hat sich die Lage leicht verbessert. In den Dienstleistungssparten Processing und Network-Services (Vermietung von Rechenzeit, Mehrwertdienste und Datenfernübertragung) gibt es hingegen weder Besserung noch Hoffnung. Nachfrage, Auftragsbestände und Umsätze sind rückläufig. Bei unverändert schwachen Bestelleingängen, schwindenden Auftragsreserven und nahezu gleich bleibenden Umsätzen präsentierte sich auch die Geschäftslage bei Anbietern von Enviromental Services (vergleichbar mit Support-Services) nur als zufrieden stellend. (jha)

Abb.: Geschäftserwartungen der nächsten sechs Monate

Nur noch 26 von 100 IT-Dienstleistern erwarten laut aktueller Umfrage, dass sich ihre Geschäfte gut entwickeln. Drei Quartale zuvor schätzen noch doppelt so viele Unternehmen die Lage optimistisch ein. (Quelle: Ifo Institut)