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21.07.2008 - 

Kommentar

Lieben wir Veränderung?

Angesichts dieser Frage stutzen die geneigten Leser, bevor die selbsbewussten unter ihnen mit einem beherzten "Ja!" antworten. Dabei ist das Gefühl, mitgestalten zu können, ein wesentlicher Faktor für die Zustimmung. Ein Bonmot bringt es auf den Punkt: "Die Menschen lieben den Wandel, solange sie ihn selbst bestimmen." Das gilt schon für Babies. Wenn man ihnen die Windeln wechselt, stört sie das überhaupt nicht, weil sie nachher wieder einen trockenen Po haben. Ihre Situation verbessert sich also durch den Wandel eindeutig. Außerdem bestimmen sie den Zeitpunkt, weil sie schreien wie am Spieß, wenn sie die Hosen voll haben.

In Unternehmen geht es zwar in der Regel um komplexere Themen, aber die Motive für Akzeptanz oder Ablehnung von Wandel ähneln sich. Es geht um Kontrolle und Vorteil. Leider fehlen diese Erfolgsgaranten in Unternehmen häufig. Oft sollen Change-Prozesse die Wettbewerbsfähigkeit verbessern, Prozesse effizienter machen oder schlicht das Überleben des Unternehmens sichern. Der einzelne Mitarbeiter hat von diesen Veränderungen höchstens einen indirekten Vorteil. Vieles, was die Lage seines Unternehmens bessert, kann sich auch auf ihn positiv auswirken, es muss aber nicht.

Gerade bei IT-Projekten bleibt der Nutzen für den Mitarbeiter in der Fachabteilung oft nebulös. Er muss sich in die neue Software einarbeiten, mit der er im schlechtesten Fall dieselbe Aufgabe erledigt wie vorher. So etwas nervt. Noch schlimmer trifft es den Vertriebsmitarbeiter, der sich angesichts der Einführung eines Kunden-Management-Systems fragt, warum er dem Unternehmen künftig so viel mehr Informationen über "seinen" Kunden geben soll. Zudem muss er sich auch noch festlegen, wie viel Umsatz er mit diesem Kunden in den nächsten 30, 60 und 90 Tagen erzielen wird, und wenn er diesen Forecast nicht erreicht, gibt‚Äôs natürlich Ärger.

Das Thema Sicherheit bietet ebenfalls einigen Zündstoff. Meistens macht es die Nutzung der Systeme umständlicher, leider oft auch langsamer. Folglich werden die aufgebauten Security-Systeme oft umgangen.

Was können Unternehmen in solchen Fällen tun, um die Mitarbeiter von dem neuen Verfahren oder der neuen Software zu überzeugen? Vor allem sollten sie ihnen reinen Wein einschenken. Es hat überhaupt keinen Sinn, irgendwelche Vorteile zu versprechen, die sich nicht realisieren lassen. Genauso wenig zielführend ist es, den Betroffenen die Probleme zu verschweigen, die größere Veränderungen garantiert mit sich bringen. Nur wer die Bedenken der betroffenen Mitarbeiter ernst nimmt, kann sie von der Notwendigkeit der jeweiligen Veränderung überzeugen. Und nur wenn diese Einsicht vorhanden ist, ziehen die Leute mit.

Ebenfalls hilfreich, um Mitarbeiter für den Wandel einzunehmen, sind Beweise dafür, dass er Positives bewirkt. Wer nachweisen, kann, dass sich die Bearbeitungszeit mit Einführung einer neuen Software verkürzt, wie viel Geld durch einen veränderten Prozessablauf gespart wird oder wie viel zufriedener die Kunden nach der Installation eines neuen CRM-Systems sind, hat gute Chancen auf Unterstützung.

Binsenweisheiten? Ja natürlich! Deshalb ist es ja so seltsam, dass sie in unzähligen IT-Projekten nicht berücksichtigt werden.

Weitere Meinungsbeiträge und Analysen finden Sie im Blog des Autors unter www.wittes-welt.eu