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28.05.1999 - 

Web-Dienste/Zusammenarbeit mit Web-Agenturen

"Lieber gradlinig im Web als übermäßig kreativ"

CW-Bericht, Frank Niemann Mit Web-Agenturen machte Erwin Jurtschitsch, Geschäftsführender Redakteur bei "Stern Online", bisher überwiegend positive Erfahrungen. Die Web-Site befindet sich bereits in der dritten Generation, wobei jedesmal eine andere Web-Design-Firma beauftragt wurde.

Seinen ersten Internet-Auftritt erstellte das Hamburger Magazin aus dem Hause Gruner + Jahr gemeinsam mit Pixelpark. Für die zweite Fassung von "Stern Online" holte sich Erwin Jurtschitsch die ebenfalls in der Hansestadt ansässige Web-Agentur Lava ins Boot. Zur Realisierung der heutigen Site arbeitete "Stern Online" jedoch mit der Spray Interactive Media AG zusammen.

Sie erhielt unter drei Kandidaten den Zuschlag, da ihr Konzept am ehesten den Vorstellungen von Jurtschitsch und seinem dreizehnköpfigen Team entsprach. Was dem Online-Manager an Spray besonders gefiel: Das Unternehmen war zu diesem Zeitpunkt noch neu am Markt. "Wir hatten es mit einer Handschrift zu tun, die niemand bis dato verwendet hatte", erzählt Jurtschitsch. "Auf diese Weise entstand ein Unikat." Von einem Partner, der bereits einige Web-Sites erstellt hatte, wollte er nichts wissen.

Etwa 1000 Web-Seiten umfaßte das nach dem Konzept der Agentur Lava entwickelte Online-Angebot des Magazins. Viel umfangreicher sollte die neue Site werden, was sich allerdings auf der Basis der bestehenden Internet-Umgebung nicht hätte bewerkstelligen lassen. Also mußte eine ganz neue Struktur her. Da Agenturen dazu tendieren, ihre Linie fortzuführen, war für Jurtschitsch die Zeit für einen Tapetenwechsel gekommen. Heute besteht "Stern Online" aus weit mehr als 5000 HTML-Pages und hat vom Aufbau her mit dem Vorgänger nichts mehr gemein.

Nach Jurtschitschs Ansicht zählt die Fähigkeit zur "Reduk- tion von Komplexität" zu den zentralen Eigenschaften einer Web-Agentur. Zwar stellten diese Firmen gern ihre Kreativität zur Schau, im Web komme es aber auf einfache Strukturen und einen zügigen Seitenaufbau an. Dieser Zwiespalt habe auch schon mal für Zündstoff während der Zusammmenarbeit mit Spray gesorgt, erinnert sich der Manager.

Gerade auf Ästhetik bedachte Site-Betreiber wie "Stern Online" müssen zwischen ansprechendem Design und den dafür erforderlichen Ladezeiten abwägen. Für den Internet-Experten Jurtschitsch lautet die Devise ganz klar: "Nutzer von AOL oder T-Online müssen die Site ohne Schwierigkeiten laden können." Im Hinblick auf die Auswahlkriterien für eine Agentur meint er, sie sollte "besser gradlinig im Web denken als hochkreativ sein".

Oft versuchten Agenturen, die Inhalte der Site zu dominieren, warnt Jurtschitsch. Das mag manchen Kunden sogar recht sein, bei journalistisch geprägten Internet-Sites ist dies jedoch nicht wünschenswert. In einem Verlag bestimme schließlich auch nicht die Druckerei, was ins Heft komme.

Wichtig sei zudem ein technisch versierter Mitarbeiter, der einschätzen könne, welche technischen Features, die den engagierten Web-Designern einfallen, Sinn machen. Häufig können die Agenturen nicht alle Bereiche der Web-Entwicklung abdecken. Teilweise heuern sie daher ihrerseits Fachleute an, beispielsweise für die Datenbankprogrammierung. Es lohne sich, auch ihnen auf die Finger zu schauen, meint Jurtschitsch.

Einige Diensteanbieter verstehen sich als Full-Service-Anbieter, die vom Internet-Zugang bis zum Erstellen der Web-Seiten alles aus einer Hand anbieten. Solche Offerten richten sich nach Überzeugung des "Stern-Online"-Mannes jedoch eher an kleine und mittelständische Unternehmen. Dagegen würden große Unternehmen lieber möglichst viel Kompetenz im eigenen Haus behalten.