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13.12.1996 - 

IT in Versicherungen/Kommentar

Liebesgrüße aus Neandertal

Geradezu altväterlich würdig gaben sich die meisten Versicherungen bislang. Ihr Behäbigkeits-Image stand in direkter Relation zur Halbwertszeit ihrer Produkte, Lebens(lang)versicherungen für Autos, Menschen und deren Gesundheit beispielsweise. Als Risiko-garantierte Rückfallebene ihrer Kunden konnten die Assekuranzen sich wiederum auf die noch schwerfälligeren Rückversicherungen abstützen: Rückfallebene Nummer zwei.

Die Zeiten solch selbstverschuldeter Immobilität sind spätestens seit dem 1. Juli dieses Jahres vorüber. Liberalisierung, Markttransparenz, schnelle Produktentwicklung, innerlich und äußerlich mobile Kunden bringen die Allfinanzstrategen aller Etagen auf Trab. War es bis vor Jahresfrist im wesentlichen noch der Inlandsmarkt, dem die ganze Aufmerksamkeit gelten mußte, so dürfte die internationale Konkurrenz spätestens jetzt - Rückfallebene hin oder her - den Aufbruch zu neuen Horizonten signalisieren. Dabei geht es nicht mehr "nur" um Merger und Akquisition, um Reduktion, Differenzierung oder Ausweitung der Produktpalette, weitere Internationalisierung des Angebots und den passend gestylten elektronischen Marktauftritt.

Strategische Aufgabe ersten Ranges ist es, parallel zu der Öffnung des Marktes einen Kulturwandel innerhalb der Unternehmen herbeizuführen - so sehen es jedenfalls renommierte Forscher wie Walter Ackermann vom Institut für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen oder David Bossard vom Gottfried Duttweiler Institut in Rüschlikon: Allein technikgetrieben könne Gesellschaft nicht funktionieren. Ackermann nimmt eines seiner Negativbeispiele aus der Assekuranz: Befragt nach neuen Organisationsstrukturen gaben die Finanzdienstleister Antworten, in denen das Wort "Kunde" praktisch nicht vorkam. Und Bossart ergänzt: "Emotional stehen sie auf der Stufe des Neandertalers."