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12.06.1981

Liebling der Saison

Ein Programmiersprache ist zum Überraschungshit der ansonsten eher ruhigen DV-Saison 1981 geworden: Ada. Selbst abgebrühtesten Software-Profis bleibt die Spucke weg, wenn sie erfahren, welchen Bekanntheisgrad die "junge Dame" in so kurzer Zeit erreicht hat. So recht erklären läßt sich dieser schnelle Erfolg in der Tat nicht. Man denke nur daran, daß Ada, vom amerikanischen Department of Defense (DoD) initiiert, ein "Kommissionskind" ist, was eher einen Makel darstellt. Pascal, die zweite Programmsprache, die Furore macht, wurde bekanntlich von Professor Wirth quasi im Alleingang entwickelt und zieht vielleicht gerade deshalb die Sympathien vieler Kommissionsgegner auf sich. Doch hier soll nicht das Für und Wider aus der Sicht der Methoden-Priester behandelt werden.

Viel interessanter ist, Ada als zukünftigen Software-Standard zu betrachten. Frage: Welche Chance hat der DoD-Favorit, allgemein anerkannte Programmiersprache zu werden - toleriert zumindest auch von den Herstellern?

Orientierte man sich ausschließlich an der Vergangenheit, so fiele das Urteil vernichtend aus. Faktum ist, daß in den vergangenen zehn Jahren nur eine relativ geringe Zahl von Software-Standards entwickelt wurde.

Was die Ada-Zukunft betrifft, so stimmt allerdings eine Tatsache optimistisch: Die Cobol Standards, aber auch die Fortran-Normen, sind nur auf Druck großer Anwender (DoD, US Navy) zustande gekommen.

Kommt also der Anfangserfolg von Ada doch nicht von ungefähr (siehe oben)?

Noch ist es freilich zu früh, von einem endgültigen Durchbruch zu sprechen. Die Ada-Gegner werden keinen Normungsstreß vermeiden, um jedes auch noch so kleine Haar in der Suppe zu finden.

An einem kommen auch sie nicht vorbei: Die Anwender haben die Standardisierung von Programmiersprachen, Software, Ein-/Ausgabe Schnittstellen und DÜ-Prozeduren als einzigen Weg erkannt, sich unabhängig zu machen - und sie handeln danach.