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02.06.2000 - 

Palm und HP müssen fehlerhafte Geräte zurücknehmen

Lieferprobleme bei Palm bedrohen die führende Marktposition

MÜNCHEN (CW) - Der Handheld-Marktführer kämpft mit Lieferschwierigkeiten. Grund dafür ist die andauernde Knappheit an LC-Displays und Flash-Memory-Chips. Zu allem Unglück müssen Palm und Hewlett-Packard fehlerhafte Modelle aus dem Markt nehmen beziehungsweise umtauschen.

Die 3Com-Tochter Palm ist derzeit nicht in der Lage, die Nachfrage nach ihren Handheld-Rechnern zu befriedigen. So lassen sich bestimmte Geräte wie die Modelle "IIIe" oder "V" nur mit langen Lieferfristen ordern. Verantwortlich dafür seien fehlende Displays und Flash-Memory-Bausteine, erklärt ein Firmensprecher.

Die Halbleiterhersteller wurden von der starken Nachfrage nach Speichermodulen komplett überrascht. Vor allem der Boom bei Mobiltelefonen habe den Mangel an Speicherchips verursacht, resümieren Branchenkenner. Zwar versuchen Firmen wie Fujitsu, AMD und Intel zusätzliche Produktionskapazitäten zu schaffen, doch diese Maßnahmen dürften nach Meinung von Insidern erst in einigen Monaten für eine Entspannung auf dem Markt sorgen.

Fujitsu und AMD haben angekündigt, gemeinsam eine neue Fabrikationsanlage für Speicherbausteine zu bauen. Experten gehen jedoch davon aus, dass diese Anlage erst Anfang nächsten Jahres fertig gestellt sein wird. Auch Intel plant, seine Produktionskapazitäten zu erhöhen. Mit zusätzlichen Investitionen in Höhe von zwei Milliarden Dollar soll die Fabrikationsanlage in New Mexico ausgebaut werden. Allerdings rechnet Intel-CEO Craig Barrett damit, dass der Engpass erst in einem Jahr überwunden sein wird.

Palm und Hewlett-Packard starten Umtauschaktion

Auch andere Firmen bekommen den Mangel an Halbleiterprodukten zu spüren. Casio, ein Hersteller von Handheld-Rechnern mit dem Windows-System "Pocket PC", klagt ebenfalls über fehlende Bauteile. Die japanische Firma Nintendo musste die Auslieferung ihres neuen Gameboy-Modells von August 2000 zum Jahresende verschieben. Zulieferer Sharp sei nicht in der Lage, genügend LC-Displays zu liefern, so die Erklärung der Japaner.

Ein weiteres Problem betrifft Palms neues Modell "IIIc", das erste Modell des Unternehmens mit Farbbildschirm. Eine Reihe von Geräten müssen zurückgenommen werden, weil sie einen feinen Haarriss an der Rückseite aufweisen. Zwar beeinträchtige der etwa 2,5 Zentimeter lange Riss nicht die Funktionen des Rechners, doch würden alle betroffenen Kunden ein neues Modell erhalten, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. Bislang ist noch nicht abzusehen, wie viele Handhelds das sein werden.

Nicht nur Palm hat Probleme mit der Produktion. Zuletzt musste auch Hewlett-Packard einen Fabrikationsfehler in seiner "Jornada"-Reihe eingestehen. Einige Modelle können nicht wie angegeben 65536, sondern nur 4096 Farben darstellen. Dafür verantwortlich sind falsche Display-Chips, die nur eine Farbtiefe von 12 Bit erlauben.

Nach Ansicht von Rob Enderle, Experte für mobile Endgeräte bei der Giga Information Group, treffen die Pannen den Handheld-Markt in einer empfindlichen Phase. Zur Zeit entwickelten sich die Personal Digital Assistants (PDAs) vom Nischen- zum Massenprodukt. Der Markt stehe etwa da, wo vor zehn Jahren das Mobiltelefon stand, erläutert der Analyst. Die derzeitigen Probleme könnten allerdings das Vertrauen der Verbraucher in die Geräte erschüttern und damit die Entwicklung um Jahre zurückwerfen, fürchtet Enderle.