Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

29.10.1999 - 

Achtes profitables Quartal in Folge

Lieferprobleme trüben die Apple-Bilanz

Von Beate Kneuse MÜNCHEN - Auch für das jüngst beendete Fiskaljahr 1998/99 (Ende: 25. September) wartete der Mitte der 90er Jahre fast schon abgeschriebene PC-Pionier Apple mit guten Zahlen auf. Aufgrund von Lieferproblemen konnte das Abschlußquartal allerdings nicht mit den Resultaten der vorangegangenen Abschnitte Schritt halten.

Die Zufriedenheit stand Stefan Heimerl, Marketingchef Zentraleuropa, bei der Kommentierung des zurückliegenden Geschäftsjahres im Gesicht. Sei Mai präsentierten die Kalifornier neue Produkte am Fließband: Erst stellte man die neuen Powerbooks vor, im Juli das "I-Book", im September die "PowerMac-G3"-Nachfolge-Generation "G4" und schließlich vor wenigen Wochen die neue "I-Mac"-Familie.

Allerdings sind Produktvorstellungen eine Sache, die Auslieferung in großen Stückzahlen eine ganz andere. Mit einem Auftragsüberhang von 700 Millionen Dollar ist die wiedererstarkte PC-Schmiede aus Cupertino in das neue Geschäftsjahr gegangen. 640000 Bestellungen sind abzuarbeiten, davon allein 300000 "I-Book"-Orders. Apple-Manager Heimerl fielen denn auch etliche Begründungen für die Lieferprobleme ein. Beim "I-Book" strapazierte er das Erdbeben in Taiwan sowie die chronische weltweite Knappheit bei TFT-Displays. In den kommenden Monaten soll aber, so Heimerl, der "Nachfrageüberhang" weitgehend abgebaut werden. Angesichts des traditionell starken Weihnachtsgeschäfts darf man diesbezüglich aber sehr gespannt sein.

Lieferprobleme gab es auch in Sachen "Power-Mac-G4". In diesem Fall schob Heimerl Prozessor-Produzent Motorola den schwarzen Peter zu. Der habe angesichts der unerwartet hohen Nachfrage nach den neuen Rechnern nicht ausreichend Chips liefern können. Damit derartige Engpässe nicht wieder passieren, hat sich Apple um eine zweite Produktionsquelle gekümmert. Künftig werde man die Prozessoren für den "G4" wie schon in der Vergangenheit zusätzlich auch von IBM beziehen, kündigte der Marketier an. Allerdings wird die Zusammenarbeit mit Big Blue erst ab der zweiten Jahreshälfte 2000 zum Tragen kommen.

"G4"-Rechner kommen mit niedrigerer Taktrate

Zu allem Überfluß muß sich die Händlerschar, die schon frühzeitig die "G4"-Rechner bestellt hat, mit neuen Konditionen anfreunden. Angesichts des sich jüngst herausgestellten Fehlers bei den 500-Megahertz-getakteten Maschinen reduziert Apple die Taktfrequenz der einzelnen Modelle. Die zuvor angekündigten Modelle mit 400, 450 und 500 Megahertz sollen nun als 350er-, 400er- beziehungsweise 450er-Versionen ausgeliefert werden. Der für November angekündigte 500-Megahertz-"G4"-Rechner wird nicht vor Anfang des kommenden Jahres zur Verfügung stehen. Die Crux an der Sache: Entsprechende Preisnachlässe stehen bei Apple nicht zur Debatte.

Sollte Apple in den kommenden Monaten seine Lieferversprechungen tatsächlich einhalten können, dürften die Kalifornier den Umsatzeinbruch im vierten Quartal 1998/99 schnell vergessen machen. Gemessen am vergleichbaren Vorjahresquartal waren da die Einnahmen um 14,1 Prozent von 1,56 auf 1,34 Milliarden Dollar gefallen. Daraus resultierend lagen die Jahreseinnahmen nur geringfügig über dem Niveau von 1997/98. Nach den damals erzielten 5,9 Milliarden Dollar kam Apple jetzt auf 6,1 Milliarden Dollar. Beim Gewinn legte man im vierten Quartal nur leicht um 4,7 Prozent von 106 auf 111 Millionen Dollar zu. Damit, betonte Heimerl, habe Apple das achte profitable Quartal in Folge geschafft und das Gesamtjahr mit einem deutlichen Profitplus abschließen können. Nach 309 Millionen Dollar im Fiskaljahr 1997/98 erzielte der PC-Pionier nunmehr mit 601 Millionen Dollar fast eine Verdopplung seiner Erträge.

*Beate Kneuse ist freie Journalistin in München.