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03.12.1998

Linux attackiert die Trutzburg Microsofts

MÜNCHEN (CW) - OS/2 ist weltweit faktisch tot, das Apple-Betriebssystem "Mac-OS" fristet mit rund fünf Prozent Marktanteil ein Nischendasein. Linux dagegen hat Experten zufolge erstmals eine echte Chance, das Quasi-Monopol von Microsofts Windows ins Wanken zu bringen.

Linux ist "eine direkte, kurzfristige Bedrohung für Microsofts Umsätze und Plattform" - diese Warnung kommt nicht etwa aus Marketing-Kreisen der Windows-Konkurrenz, sondern direkt aus dem Gates''schen Management: Das einstige Hacker-Betriebssystem Linux ist drauf und dran, so meinen Branchenkenner, sich als schlagkräftige Alternative zur Windows-Dominanz zu entwickeln.

Darauf hofft nicht nur Robert Young, Chief Executive Officer (CEO) des weltweit größten Linux-Anbieters Red Hat aus Triangle Park, North Carolina: Linux konkurriert seiner Ansicht nach künftig nicht direkt mit Windows 98, sondern vielmehr mit Windows NT und Unix.

Rund acht bis neun Millionen Anwender nutzen das Freeware-Betriebssystem des Finnen Linus Torvalds bereits heute, so eine Schätzung von Jon Hall, Executive Director von Linux International aus Amherst, New Hampshire. Doch während Linux in Europa bereits von etlichen kleineren Unternehmen als kostengünstige Alternative eingesetzt wird, sorgte das System nun erstmals auch auf der weltweit populärsten Computermesse Comdex für Furore. Im DV-Mekka in Las Vegas, Nevada, hatten die Veranstalter Linux einen eigenen Pavillon gewidmet.

"Linux wurde von fähigen Leuten entwickelt und ist schon jetzt ein besseres Betriebssystem als Windows oder Unix", kommentiert Messebesucher Barry Gilstrap, President des Internet-Service-Providers BEC aus Kansas. Linux sei ideal für Systemintegratoren und kleinere Unternehmen, die sich die hohen jährlichen Kosten für Microsofts Betriebssysteme nicht leisten könnten oder wollten, urteilt auch Donald Rosenberg, President der Consultant-Gruppe Stromian Technologies.

Vor allem die Stabilität von Linux, so der Tenor in Las Vegas, überzeuge immer mehr europäische und US-amerikanische Unternehmen. Die immense Popularität von Linux in den letzten Wochen kommt nicht von ungefähr. So hatten die Datenbankgiganten Oracle, IBM und Informix erst kürzlich verlauten lassen, ihre Umsatz-Zugpferde auf das Betriebssystem zu portieren.