Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

03.12.1998 - 

Features und Funktionen der drei wichtigsten aktuellen Distributionen

Linux auf dem Prüfstand: Suse, Caldera und Red Hat

MÜNCHEN/SAN MATEO (CW/ IDG) - Die diesjährige Comdex/ Fall '98 in Las Vegas nahmen die renommierten Anbieter von Linux-Distributionen zum Anlaß, um auf die neuen Funktionen aktueller Versionen aufmerksam zu machen. Mit der deutschen Suse GmbH, Fürth, der Caldera Inc., Provo, Utah, und der Red Hat Software Inc., Triangle Park, North Carolina, buhlten drei große Hersteller um die Gunst der Messebesucher.

Mit der aktuellen Distribution 5.3 von Suse Linux stellt der Fürther Anbieter Suse GmbH ein Release, das in erster Linie die Installation und Administration des Betriebssystems vereinfachen soll. Die im Paket enthaltene Installationsroutine "Yast" übernimmt nun die mitunter heikle Partitionierung und Dateisystem-Zuordnung des Betriebssystems auf Wunsch automatisch. Für eine komfortablere Installation von X-Window hat Suse ein grafisches Administrationswerkzeug "Sax" integriert, das die Maus und Grafikkarte im Optimalfall selbständig erkennt und konfiguriert. Suse Linux 5.3 basiert auf dem Kernel 2.0.35 und unterstützt das von Windows 95 und 98 verwendete FAT-32-Dateisystem.

Darüber hinaus gehört das Release zu den ersten Linux-Distributionen, die das Kool Desktop Environment (KDE) im Komplettpaket enthält. KDE stellt Anwendern Eigenschaften klassischer Windows- oder Macintosh-Desktops wie virtuelle Arbeitsbereiche und Start von Applikationen via Popup-Menüs zur Verfügung. Neben der Unterstützung von Glibc-Libraries wartet Suses Linux mit dem Support von OSS 3.7.1z für den Einsatz verbreiteter Soundkarten inklusive automatischer Erkennungsfunktion sowie der grafischen Oberfläche Xfree86 in der Version 3.3.2.3 auf. Die aktuelle Distribution von Suse ist für knapp 100 Mark erhältlich und enthält fünf CD-ROMs mit insgesamt 3,5 GB Software.

Caldera Open Linux 1.3

Mit Open Linux 1.3 offeriert auch Caldera eine Version, die auf dem Kernel 2.0.35 aufbaut. Ebenso wie Suse, liefert Caldera die grafische Desktop-Umgebung KDE mit. Ferner sind E-Mail-Reader und eine Notepad-ähnliche Funktion enthalten. Open Linux 1.3 enthält eine Version der Sybase-Datenbank "Adaptive Server Enterprise for Linux" und zeichnet sich aufgrund der engen Technologiebeziehung mit Novell durch zusätzliche Funktionen für Netware-Anwender aus. So lassen sich Netware-Client-Software und Server-Management-Tools relativ mühelos installieren und mit bestehenden Netware-IPX-Netzen in Einklang bringen. Wie auch bereits in früheren Versionen, hapert es bei Open Linux 1.3 an einer brauchbaren Installationsroutine. Sämtliche Einstellungen von Grafikkarten und Monitoren sowie die Partitionierung und das Boot-Setup erweisen sich als Sisyphusarbeit.

Red Hat Linux 5.2

Mit Red Hat 5.2 stellt Red Hat eine Linux-Distribution vor, die - im Gegensatz zu Calderas Ausführung - zahlreiche SCSI-Controller unterstützt, sowie den Einsatz unter gemischten Hardware-Umgebungen mit IDE- und SCSI-Festplatten ermöglicht. Zu den Neuerungen in der Version 5.2 und dem als Release 2.0.36 neuesten Kernel aller Distributionen gehört ein erweiterter Grafikkarten- und Netzwerkkarten-Support. Darüber hinaus bietet die Distribution vorkonfigurierte Optionen für Workstations und Server. Die Partitionierung der für Linux vorgesehenen Festplatte(n) erfolgt relativ einfach via integriertem Disk-Druid-Modul. So läßt sich beispielsweise die unter Linux auf eine maximale Größe von 128 MB festgelegte Swap-Partition automatisch einrichten. Zum Umfang des Pakets gehören Applikationen wie der Apache-HTTP-Server, Sendmail, Perl sowie das Grafikwerkzeug "Gimp". Im Gegensatz zu Caldera und Suse fehlt es der Red-Hat-Distribution an der Oberfläche KDE, dafür enthält das Produkt einen aktuelleren Linux-Kernel und wie Open Linux 1.3 eine Version der Sybase-Datenbank.

Ab Anfang des kommenden Jahres will Red Hat das erste offizielle Release seiner grafischen Benutzer-Schnittstelle "Gnome" zur Verfügung stellen.