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29.08.2003 - 

Sun hofft auf "Mad Hatter"

Linux-Desktop für das OS/2-Lager

MÜNCHEN (CW) - Für den geplanten Linux-Desktop "Mad Hatter" sieht Sun Microsystems gute Chancen bei den Millionen von OS/2-Anwendern, die nach einer Alternative zu Windows suchen.

Nach Meinung von Curtis Sasaki, Suns Vice President für Desktop-Lösungen, gibt es nach "konservativer" Schätzung noch etwa 20 Millionen Benutzer des auslaufenden IBM-Betriebssystems. Potenzielle Kunden sieht der Manager auch in den Anwendern des Lotus-Büropakets "Smartsuite".

Sun positioniert Mad Hatter als vollwertige Office-Alternative. Die Software umfasst neben dem auf Open Office basierenden "Star Office" den ebenfalls quelloffenen Browser Mozilla, Instant Messaging sowie die von Novells Ximian-Services stammenden E-Mail- und Collaboration-Funktionen. Vor allem das Preisargument soll stechen: Ohne Details zu nennen behauptet Sun, dass Mad Hatter unter den Bedingungen einer Pro-Benutzerlizenz um bis zu 90 Prozent billiger sei als Microsofts Produktkombination von Windows und Office.

Laut Sasaki steht Sun in Kontakt mit Unternehmen und Behörden, bei denen es im Einzelfall um die Migration von bis zu 120000 Desktops gehe.

Gegen IBMs Portal-Ansatz

Für einen Irrtum hält der Manager die Auffassung IBMs, Linux-Desktops böten keine Alternative zu Microsofts Office, weshalb man bei Big Blue den Ansatz präferiere, Bürokomponenten via Portal auf den Arbeitsplatz zu bringen. Sun selbst habe viel Geld investiert, um "Star Office" in seine Portal-Software zu integrieren, bei Anwendern sei man damit aber auf wenig Interesse gestoßen. (ue)