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02.06.2000 - 

Der Zeitplan für eins der wichtigsten Open-Source-Projekte

Linux-Desktop KDE kurz vor Version 2.0

MÜNCHEN (CW) - Mit dem Übergang auf die Release-Nummer1.9x steht die Linux-Anwendungsumgebung "KDE Desktop Environment" unmittelbar vor der Freigabe der nächsten Hauptversion 2.0.

Seit Anfang Mai die "Konfucious" genannte Version 1.90 von KDE erschienen ist, haben Entwickler eine Basis, um Applikationen für dieses Paket aus Benutzeroberfläche und Anwendungen zu schreiben. KDE 1.90 basiert auf der neuesten Version 2.1 von "Qt", einem objektorientierten Framework für die Entwicklung grafischer Benutzeroberflächen von Trolltech, und birgt damit im Kern Unicode.

Konfucious ist weit mehr als eine Benutzeroberfläche: Die Pakete "kde-qt-addon", "kdelibs" und "kdebase" gehören bereits dazu. Es enthält ferner mit der "K-Office"-Suite Standard-Büroanwendungen (Text, Tabellenkalkulation, Charts, Zeichungen, Formel-Editor, Imaging, Foto-Viewer) sowie die Pakete "kdenetwork", "kdeutils", "kdetoys" und "kdegames". Die jetzt laufende Versionsreihe richtet sich weniger an Anwender als an Entwickler.

Von Konfucious über Kleopatra zu KopernicusDer weitere Zeitplan sieht laut Projektleitungsmitglied Kurt Granroth monatliche Sub-Releases vor. Am 7. Juni bringt Version 1.91 ("Kleopatra") erstmals sämtliche KDE-Pakete. Version 1.92 ("Korner") soll am 12. Juni mit den wichtigsten nationalen Sprachanpassungen erscheinen. Die internationale Gestaltung ist komplett mit Version 1.9.3 (bisher ohne K-Codename) und umfasst dann auch Varianten in Chinesisch, Japanisch, Koreanisch, Arabisch und Hebräisch. Das Projekt erreicht mit "Kopernicus", der Version 2.0, im September sein derzeitiges Hauptziel.

Während dieser Zeiträume ist das jeweilige Release im Status "frozen". Das bedeutet, es gibt keine wesentlichen Änderungen mehr, nur Bug-Fixes sind auf Veranlassung der Projektleitung gestattet. Das Einfrieren der Releases bedeutet auch, dass eine Rückkehr zu Vorversionen nicht nötig sein soll.

KDE 2.0 soll nach einer Ankündigung der Projektteamleitung (www.kde.org) "für Entwickler gegenüber der sehr gut aufgenommenen KDE-Reihe 1.x eine große Zahl bedeutender technischer Verbesserungen" bringen. Einige der technischen Hauptbestandteile sind aus der jetzigen KDE-Version weiter entwickelt. Darunter ist unter anderem ein Server-gesteuertes Client-to-Client-wirkendes "Desktop Communication Protocol" (DCOP), das Message-Passing und Remote-Procedure-Calls unterstützt.

Eine I/O-Library "KIO" erlaubt die Nutzung von HTTP, FTP, Gopher, POP, Imap, NFS, SMB, LDAP sowie lokaler Files und lässt den Einbau weiterer Protokolle wie Web-DAV zu. Applikationen werden über "KParts" aufgerufen. Dieses "KDE Component Object Model" erlaubt die Einbindung von Prozessen in andere. Hinter der Benutzeroberfläche steckt XML-Technik, um grafische Elemente einfach zu konfigurieren und in Übereinstimmung mit dem "Standards and Style Guide" von KDE zu bringen. Last but not least, bringt die Engine "KHTML" nicht nur HTML 4.0, sondern unterstützt als Klasse sämtliche gängigen Internet-Technologien wie Javascript, Java, Cascading Style Sheets 2, Secure Sockets Layer sowie Netscape-Communicator-Plug-ins für Flash, Real-Audio, Real-Video etc.

Auf KHTML setzt eine Entwicklung auf, von der sich die Projektbeteiligten besonders viel versprechen: "Konqueror" ist File-Manager, Dokumenten-Viewer und "next-generation" Web-Browser in einem. Die komponentenbasierte Architektur kombiniert Features von Netscapes "Communicator" mit Microsofts "Internet Explorer" und "Windows Explorer".