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19.10.2005

Linux-Desktop soll einfacher werden

Initiativen zielen auf bessere intuitive Anwendbarkeit und Standards.

Mitte Oktober gab es innerhalb weniger Tage drei Vorstöße, die auf eine Vereinfachung der Linux-Anwendungen auf PCs zielen. Zunächst startete Novell die Initiative "Better Desktop", eine neue Komponente des Projekts "OpenSuse", der Distribution für PCs. Der IT-Anbieter will den Entwicklern dabei Informationen und Testergebnisse zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit des Linux-Desktops zur Verfügung stellen. Auf der Website www.betterdesktop.org werden Resultate aus der Forschung, Videomaterial und Analysen von Usability-Tests veröffentlicht.

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www.computerwoche.de/go/

*77420: Neues von KDE;

*68772: Linux-GUI Gnome;

*67245: Neue Linux-Desktop-Suite von Novell/Suse;

*65389: Linux-Desktop-Pakete von Novell/Suse, Red Hat und Sun im Vergleich.

Der Pinguin wird mobil

Die Open Source Development Labs (OSDL) unterstützen die Initiative "Mobile Linux". Deren Ziel ist es, die Verbreitung des freien Betriebssystems auf Handys zu fördern. Die Initiative versteht sich als Forum, in dem Hersteller, Netz-Provider und Softwareentwickler zusammen an der Verbesserung von Handy-Betriebssystemen und -Anwendungen arbeiten können. Die Kooperation soll Entwicklungskosten reduzieren und es ermöglichen, Geräte früher auf den Markt zu bringen.

Novell organisiert solche Tests und trägt die Kosten, denn den meisten Entwicklern fehlt es an Geld und Wissen für Maßnahmen zur Erkennung von Schwächen in der Bedienerführung. Nat Friedman, einst Ximian-Mitbegründer und heute Novell-Abteilungsleiter für Collaboration and Desktop Engineering, erläutert den Hintergrund: "Linux-Anhänger kennen meistens nur Linux-Anhänger. Für die Usability-Tests haben wir deshalb Testpersonen ausgewählt, die Erfahrungen mit Windows hatten, aber noch nie etwas von Linux gehört haben."

Wenige Tage nach diesem Vorstoß von Novell konstituierte sich auf dem "Gnome Summit" in Boston das Open-Source-Projekt "Tango". Dessen Ziel besteht darin, intuitiv erkennbare, grafisch ansprechende und einheitliche Elemente für unterschiedliche Benutzeroberflächen zu schaffen, um für eine einfachere Anwendbarkeit von Linux auf Desktops zu sorgen. Initiatoren des Projekts sind Jakub Steiner, ein Mitglied des Produktdesign-Teams bei Novell, und Steven Garrity, Leiter des Visualisierungsteams bei Mozilla.

Einheitliche Grundregeln

Die Arbeit besteht im Detail aus mehreren Elementen. Erstens soll eine Basis-Library für Icons geschaffen werden. Ansätze dafür hat Steiner entwickelt. Zweitens soll ein Styleguide einheitliche grafische Grundregeln für Icons festlegen. Drittens geht es um eine Standardisierung der Benennung von Icons. Dies ist eine Voraussetzung, damit sich auf diesen Grundlagen entstandene Elemente der Benutzerführung viertens auf verschiedene Linux-Oberflächen wie Gnome und KDE übertragen lassen. Technische Grundlagen für solche Anpassungen und Harmonisierungen sind bereits entwickelt worden.

Schließlich schaltete sich auch noch das wichtigste Standardisierungsgremium in der Linux-Welt, die Free Standards Group, ein und erklärte, sich der Desktop-Umgebungen des Open-Source-Betriebssystems annehmen zu wollen. Die unabhängige Organisation, in der Vertreter wichtiger Community-Projekte ebenso vertreten sind wie Linux-geneigte Unternehmen, will die Verbreitung von Desktop-Software verbessern. Als entscheidender Schritt zu diesem Zweck gilt die Standardisierung von Schnittstellen, Libraries und anderen Komponenten in Linux-Distributionen und den Benutzeroberflächen.

Die dominierenden Lösungen Gnome und KDE werden zwar immer besser, aber dabei drohen sich feine technische Unterschiede zwischen ihnen auszuweiten. Diese erfordern von Softwareentwicklern einen höheren Programmieraufwand, wenn ihre Applikationen mit beiden Anwenderführungen harmonieren sollen. Genau dieser Umstand hält nach Einschätzung der Free Standards Group manches Softwarehaus davon ab, ihre Desktop-Anwendungen auf Linux zu portieren. Die Organisation möchte Anfang nächsten Jahres eine erste Spezifikation herausgeben, die dem entgegenwirken soll. (ls)