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11.06.2004 - 

Nicht nur Banken suchen Open-Source-Profis

Linux-Experten sind jung und günstig

MÜNCHEN (ka) - Im Freiberuflermarkt werden zunehmend IT-Profis mit Linux-Kenntnissen gesucht, vor allem im Raum Frankfurt und München. Sie sind im Schnitt nicht nur jünger als ihre Kollegen, sondern hinsichtlich der Stundensätze teilweise auch deutlich günstiger.

Im April waren die beim Projektportal Gulp Information Services gezählten Projektanfragen saisonbedingt durch die Osterfeiertage mit 3933 unter die 4000er Marke gefallen. Im Mai schalteten die Unternehmen jedoch wieder 4404 Anfragen an die inzwischen auf über 50000 bei Gulp registrierten IT-Freiberufler. In Bezug auf Betriebssystemkenntnisse rangierten die Microsoft-Experten nach wie vor mit 14 Prozent der Anfragen im Mai auf Platz eins. Unix-Spezialisten waren zu 9,8, Solaris-Experten zu 4,5 und Linux-Profis zu 3,6 Prozent gefragt.

Auch wenn Projektanfragen an Linux-Spezialisten im Vergleich zu den anderen Experten seltener sind, so ist die Nachfrage nach Profis, die sich mit dem freien Betriebssystem auskennen, über die vergangenen Monate und Jahre generell deutlich gestiegen. Im Mai 2003 beispielsweise bezogen sich nur 2,96 Prozent der 1829 in jenem Monat geschalteten Anfragen auf Freiberufler mit Linux-Skills, im abgelaufenen Monat waren es dann schon 3,6 Prozent von 4404 Anfragen.

Zugenommen hat auch die Zahl der bei Gulp eingetragenen Linux-Profis. Vor zwei Jahren gaben 6683 der damals über 30500 im Projektportal gelisteten Freiberufler an, Linux-Know-how zu besitzen, knapp 530 bezeichneten sich als Experten. Im Mai 2004 bescheinigten sich bereits über 8950 IT-Profis Kenntnisse des Open-Source-OS und 665 ordneten sich als reine Linux-Experten ein.

"Es fällt auf, dass Linux-Spezialisten jünger und billiger sind als ihre Kollegen," kommentiert Stefan Symanek von Gulp die Sachlage. Verlangten die Solaris-Fachleute im Mai durchschnittlich 68 und die Unix-Experten 65 Euro, so wollten die Freiberufler mit Linux-Kenntnissen nur 60 Euro die Stunde. Günstig waren auch die Microsoft-Profis mit einer Forderung von 62 Euro pro Stunde.

"Solide" Entwicklung erwartet

Die bei Gulp geführten Linux-Experten sind durchschnittlich 37,4 Jahre alt, wobei bereits 18,5 Prozent von ihnen in der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen zu finden sind. Von den Unix- und Solaris-Kennern sind lediglich knapp 14 beziehungsweise 15,2 Prozent in der Altersgruppe 25 bis 29 vertreten. Im Durchschnitt variieren die Vertreter der einzelnen Disziplinen jedoch wenig: So sind die Microsoft-Profis 37,7 Jahre alt und Solaris- und Unix-Kenner zählen 38,3 beziehungsweise 38,8 Jahre.

Linux-Experten werden nach wie vor stark im Frankfurter Raum gesucht: Im April 2004 entfielen 23,74 Prozent der gesamten Anfragen an Open-Source-Profis im Postleitzahlenbereich 6000. Aber auch der Münchener Raum legte mit 23,46 Prozent ordentlich zu, nicht zuletzt wohl wegen der Entscheidung der Stadtverwaltung im vergangenen Jahr, ihre rund 14 000 PCs mit Software von Suse auszustatten. Im Jahr 2002 gingen lediglich 13,2 Prozent der Linux-Anfragen auf das Münchner Konto. Der Frankfurter Raum offerierte damals mit 28,6 Prozent der Anfragen noch deutlich mehr Linux-Projekte. "Das heißt jetzt aber nicht, dass alle Linux-Profis nach München kommen sollen", warnt Symanek.

Insgesamt beurteilt Symanek die Lage auf dem IT-Freiberuflermarkt weiterhin als stabil: "Die Talsohle von 2002 und 2003 ist eindeutig durchschritten. Wir rechnen mit einer soliden Entwicklung in diesem Jahr."

Abb: Stundensätze der Spezialisten

Linux-Experten verlangen mit durchschnittlich 60 Euro die Stunde teilweise deutlich weniger Honorar als ihre Kollegen anderer Disziplinen. Quelle: Gulp