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09.09.2005

Linux findet neue Anwendungsszenarien

Gartner bewertet den "Hype Cycle" des quelloffenen Betriebssystems.
Obwohl viele Anwendungsszenarien nach Ansicht von Gartner-Analysten momentan noch eher ein Hype sind, sollen sie in recht kurzer Zeit Realität werden.
Obwohl viele Anwendungsszenarien nach Ansicht von Gartner-Analysten momentan noch eher ein Hype sind, sollen sie in recht kurzer Zeit Realität werden.

Linux ist auf Systemen mit mehr als 16 Prozessoren, auf Desktops und Risc-basierenden Systemen sowie in komplexen unternehmenskritischen Umgebungen ein Hype und damit noch Jahre von einer allgemeinen Anwendung entfernt. Das ist jedenfalls die Ansicht von Gartner-Analysten. In diesen Punkten seien die mit dem quelloffenen Betriebssystem verbundenen Erwartungen zurzeit überzogen.

Nach der Hype-Phase durchlaufen bestimmte Techniken und Themen eine Zeit der Desillusionierung, in der Diktion von Gartner das "Tal der Enttäuschung". Danach folgt ein mit weniger Spektakel - bei Gartner "Sichtbarkeit" - verbundener Zeitraum, in der Techniken zunächst überzeugen und schließlich allgemein genutzt werden, sie ihre "Produktivitätsebene" erreicht haben. Auf der so gebildeten Kurve ordnen die Analysten bestimmte Techniken ein. Dabei durchlaufen diese die Kurve in unterschiedlicher Geschwindigkeit.

Bewertungsfaktoren sind im Fall des Linux-Hype-Cycle Faktoren wie die Open-Source-Community, die Umsetzung von quelloffenen Programmen in Produkte von IT-Anbietern, Support und Marketing durch Unternehmen sowie Kosten zur Migration von Altsystemen auf Linux-Umgebungen. Dabei kommt Gartner gelegentlich zu irritierenden Bewertungen. Dass beispielsweise Linux für unternehmenskritische Anwendungen erst am Anfang eines Hypes stehen und noch fünf bis zehn Jahre bis zur allgemeinen Nutzung vergehen sollen, dürfte einer Fokussierung der Analysten auf den US-amerikanischen Markt geschuldet sein. In Deutschland hingegen sind zum Beispiel Linux-basierende geschäftskritische Datenbanken inzwischen weit verbreitet.

In der Phase der Desillusionierung sind Migrations-Services, Linux auf Unternehmens-Desktops, auf Acht-Prozessor- und 64-Bit-Systemen sowie seine Verwendung für komplexe Anwendungen auf Z-Series-Mainframes von IBM. Aus dem Tal der Enttäuschung heraus und in der Phase der Einsicht in ihren Nutzen sind Linux für Midtier-Applikationen, Dateneingabe-PCs, einfache Mainframe-Anwendungen, Blade- und Vier-Wege-Server. Diese Verwendungsmöglichkeiten von Linux werden nach Einschätzung der Gartner-Analysten in naher Zukunft die Produktivitätsebene erreichen.

Reif für diese letzte Ebene, in der das Betriebssystem allgemeine Verwendung findet, ist Linux für das System- und Speicher-Management, für technische Cluster und für Infrastrukturkomponenten wie DNS, virtuelle private Netze, Firewalls etc. Linux werde gegenwärtig hauptsächlich genutzt für Websphere und Infrastrukturanwendungen auf Mainframes, für Web-Services auf Blade- und Rack-Servern sowie für Cluster mit technischen Anwendungen und auf einigen Risc-basierenden Systemen.

Trotz einiger befremdlich anmutender Einordnungen fällt der Linux-Hype-Cycle von Gartner insgesamt positiv aus. Bemerkenswert ist die Einschätzung, dass viele Anwendungsszenarien für das quelloffene Betriebssystem nach Ansicht der Analysten in weniger als zwei Jahren die Ebene der Produktivität erreichen dürften. Damit sagt Gartner Linux eine gute Zukunft voraus. (ls)