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14.05.1999 - 

Unfaire Studie entwickelt sich für Microsoft zum Bumerang

Linux-Gemeinde fordert Windows NT zum offenen Duell

MÜNCHEN (CW) - Eine Vergleichsstudie über die Leistung von Windows NT und Linux entwickelt sich zum Fiasko für den Auftraggeber Microsoft und das Testlabor Mindcraft. Neue Tests sollen die Blamage nun korrigieren und den Vorwurf der unfairen Systemvoraussetzungen aus der Welt schaffen. Die Linux-Gemeinde traut dem Frieden nicht und fordert statt dessen ein öffentliches Benchmark-Duell.

"Microsofts Windows NT Server 4.0 arbeitet als File-Server 2,5mal, als Web-Server sogar 3,7mal schneller als Linux" - dieses zweifelhafte Benchmark-Resultat (siehe CW 17/99, Seite 1) bringt die Open-Source-Gemeinde seit Tagen in Rage, zumal kürzlich zudem bekannt wurde, daß die Testlabors, in denen der Betriebssystem-Vergleich stattgefunden hatte, dem Redmonder Softwareriesen gehören: "Die Voraussetzungen für den Benchmark-Test waren eindeutig auf Windows NT zugeschnitten", bezichtigt mittlerweile auch die Linux-Koryphäe Linus Torvalds Microsoft der Schiebung.

Microsoft will mit Win 9.x statt mit NT antreten

Um das in der Linux-Gemeinde schwer beschädigte Image nicht ganz zu ruinieren, wollen Microsoft und Mindcraft die Rechtmäßigkeit des Tests nun mit einer dritten Untersuchung unter Beweis stellen, nachdem die Ergebnisse eines zweiten Vergleichs aus bislang unbekannten Gründen nie veröffentlicht wurden. "Wir laden führende Linux-Experten inklusive Linus Torvalds ein, das Open-Source-Betriebssystem anzupassen", bemüht sich Bruce Weiner, President bei Mindcraft, um Schadensbegrenzung. Gleichzeitig solle Microsoft die Möglichkeit erhalten, den Windows NT Server zu tunen.

Die Open-Source-Gemeinde traut dem Veranstalter-Duo jedoch nicht: "Jeder Test zwischen beiden Betriebssystemen muß und wird zu dem Ergebnis kommen, daß Windows NT besser ist als Linux - ob mit fairen oder unfairen Mitteln", glauben weder Torvalds noch Chefprogrammierer Alan Cox oder Bob Young, Chef des Linux-Distributoren Red Hat, an gleiche Voraussetzungen. Dies beweise bereits die Tatsache, daß während des zweiten Tests Personen mit Linux-Kenntnissen der Zutritt zu den Testsystemen verweigert wurde.

Skeptisch reagieren Linux-Anhänger zudem auf eine zusätzliche Forderung Microsofts: Nicht Windows NT, sondern Windows 9.x soll auf den Clients zum Einsatz kommen, relativiert die Gates-Company mittlerweile das Angebot von Mindcraft. Das Open-Source-Lager geht deshalb davon aus, daß Microsoft in einer internen Wiederholung des Tests bessere Ergebnisse mit dem Desktop-Betriebssystem auf dem Client erzielt haben muß als mit Windows NT, zumal Linux mit "Samba" NT-Datei- und -Druckdienste auf dem Client direkt unterstützt.

Die Open-Source-Anhänger kontern mit einem Gegenangebot: "Wir fordern Linux- und Windows-NT-Entwickler auf der internationalen Veranstaltung ,Linux World'' im August zu einem wirklich fairen Duell heraus", läßt Linux-Aktivist Bruce Perens im Internet verlauten. "Beide Teams bekommen absolut identische Hardware und erhalten maximal zwei Tage Zeit, um ihre Systeme auf Vordermann zu bringen." Anschließend würden die Systeme nach fairen Regeln verglichen. Bislang wartet die Linux-Gemeinde vergeblich auf eine Resonanz. Alan Cox bringt die Gedanken der Open-Source-Gemeinde auf den Punkt: "Ich glaube Mindcraft kein einziges Wort mehr."