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Goldman-Sachs-Studie sieht Gefahr für Unix-Derivate und Microsoft

Linux hält Einzug in Rechenzentren

17.01.2003
MÜNCHEN (CW) - Marktanalysten der Investmentbank Goldman Sachs gehen in einer neuen Studie davon aus, dass Linux auf Kosten von Unix-Systemen in Rechenzentren zunehmend Verbreitung finden wird. Gleichzeitig werde das freie Betriebssystem Microsofts Server-Ambitionen einen Dämpfer versetzen.

Zu Beginn des neuen Jahres hatte IDC noch in einer - von Microsoft finanzierten - Studie behauptet, Windows bringe in gängigen Server-Anwendungen eine günstigere Total Cost of Ownership (TCO) mit sich als Linux. Überdies glaubten die Bostoner Auguren erkannt zu haben, dass der Absatz von Linux-Servern nicht mehr wachse, sondern stagniere. Diese Auffassungen teilen die Marktbeobachter von Goldman Sachs nicht, wie ihre neue Studie "Fear the Penguin" zeigt.

Befragt haben die Goldman-Sachs-Analysten 100 IT-Abteilungen, von denen 19 das quelloffene Betriebssystem auf Lowend-Servern, 14 auf Datenbanksystemen, elf auf Mainframes und zwölf auf Desktops einsetzen. Demnach deutet vieles darauf hin, dass Linux-on-Intel in den Rechenzentren Fuß zu fassen beginnt. Die Linux-Anwender hätten das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis, die Stabilität und die Sicherheit als entscheidende Faktoren angegeben.

Die zunehmende Verbreitung der Linux-Intel-Rechner werde die Marktanteile bisher dominierender Unix-Systeme auf Risc-Maschinen reduzieren. Betroffen seien davon auch die großen Anbieter Sun, HP und IBM. Allerdings könnten diese Unternehmen der Linux-Konkurrenz sogar Vorteile abgewinnen, weil sie in das alternative Betriebssystem investiert und inzwischen genügend Know-how gewonnen hätten, um vom Linux-Boom zu profitieren. Die Linux-Welle werde Intel-orientierten Firmen ohne eigene Unix-Interessen wie Dell neue Marktchancen eröffnen.

Firmen wie IBM, HP und Sun dürften, so Goldman Sachs, sogar selbst entscheidend zur Reifung von Linux für Highend-Anwendungen beitragen, indem sie ihre Unix-Erfahrungen der Open-Source-Gemeinde zur Verfügung stellten. Es werde allerdings noch Jahre dauern, bis Linux die Reife heutiger Unix-Derivate habe.

Ganz anders zeige sich die Situation für Microsoft. In der Studie heißt es: "Wir glauben, dass Linux Microsoft auf seinen traditionellen Märkten keine Anteile wegnehmen wird. Aber es wird den Einzug von Windows in Unternehmens-Rechenzentren behindern." Ferner gehe mit Linux ein Trend zur Standardisierung auf plattformunabhängige Java-basierende Applikationen einher, eine Konkurrenz zu Microsofts .NET-Ambitionen. (ls)