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Interview


11.02.2000 - 

"Linux ist ein Betriebssystem für Heimwerker

Mit Microsofts Group Vice President Jim Allchin sprachen die Redakteure Michael Vizard und Bob Trott der CW-Schwesterpublikation "Infoworld"

CW: Die Anwender-Erfahrungen mit NT sind eher durchwachsen. Woher nehmen Sie die Gewissheit, dass Windows 2000 so zuverlässig sein wird wie angekündigt?

ALLCHIN: Wir haben allein 160 Millionen Dollar in die Stabilität des Produkts gesteckt. Das betrifft die Analyse des Betriebssystems und die zugehörigen Tools. Wir haben uns am Ist-Zustand der IT vieler Unternehmen orientiert und die Daten ihrer Systeme gesammelt und ausgewertet. Alle entdeckten Probleme haben wir methodisch beseitigt.

CW: Wie umfangreich wurde das Produkt beim Anwender getestet?

ALLCHIN: Es gab eine Menge Tests sowohl im Internet- als auch im Intranet-Umfeld. Kunden wie Barnes & Noble setzen das System seit einiger Zeit ein. Einige Dotcom-Firmen verwenden Windows 2000 bereits im produktiven Betrieb. Es läuft außerdem schon auf über 50000 Clients und mindestens 1000 Servern. All unsere Business-Applikationen, Websites und der gesamte Internet-Auftritt von Microsoft.com laufen auf dem System.

CW: Ist Windows 2000 für Client-Server- oder für Web-Umgebungen optimiert?

ALLCHIN: Die Bandbreite der Systemleistung ist unglaublich, ob es dabei um die Servicequalität, Multicasting oder IP-Sicherheit (Internet Protocol) geht. Auf der Client-Seite haben wir sehr ausgeprägte XML-Funktionen (Extensible Markup Language) im Browser-Bereich; auf der Server-Seite wurde die Umgebung für Web-Applikationen optimiert, so dass Anwendungen sehr schnell geschrieben werden können.

CW: Im Moment scheint die Mehrheit der Internet-Firmen und Softwarehäuser zu Linux und Solaris zu tendieren. Wie soll Windows 2000 hier Marktanteile gewinnen?

ALLCHIN: Linux ist ein Betriebssystem für Heimwerker. Man kann daran herumbasteln, und das Haus ist vielleicht nicht mehr ganz gerade, wenn man damit fertig ist, aber man hat die Nägel selbst in die Wand geschlagen. Für kleine und für Embedded-Systeme ist Linux eine wettbewerbsfähige Lösung. Aber ich glaube nicht, dass Unternehmen von normaler Größe Linux im E-Commerce-Bereich einsetzen würden. Windows 2000 ist tiefer integriert und umfangreicher getestet. Es ist als E-Commerce-System ebenso geeignet wie als Plattform für geschäftskritische Anwendungen. Im Vergleich zu Solaris ist es zudem preiswerter.

CW: Wie wollen Sie großen Unternehmenskunden helfen, auf Windows 2000 umzustellen?

ALLCHIN: Nie zuvor haben wir so viel Trainingsmaterial erstellt wie für dieses Produkt. Wir haben umfangreiche Schulungen in unseren Support- und Beratungsorganisationen sowie bei Drittanbietern vorgenommen.

CW: Gibt es einen konkreten Zeitplan für künftige Windows-2000-Upgrades?

ALLCHIN: Sie haben sicher den Codenamen "Whistler" gehört. Vorher werden wir noch "Millennium" vorstellen. Wir haben immer neue Produkte in der Pipeline wie 64 Bit und das Datacenter.

CW: Einige Ihrer Konkurrenten sagen, alles in ein Betriebssystem zu packen sei ein architektonischer Fehler. Vergleichsweise kleine Störungen reichten aus, um den Rechner zum Absturz zu bringen.

ALLCHIN: Hätten wir das System anders aufgebaut, würden sich die Kritiker ebenso melden. Entscheidend ist: Windows 2000 ist modular aufgebaut. Linux dagegen hat eine 30 Jahre alte Architektur. Es hat noch nicht einmal asynchronen Input/Output! Die Unterstützung für symmetrisches Multiprocessing (SMP) ist schrecklich. Aber es geht hier nicht nur um modulare Strukturen, es geht um die Integration und die Benutzerfreundlichkeit. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Benutzung einfacher wird, wenn alle Funktionen integriert sind.

CW: Microsoft betont immer wieder die Sicherheitsvorkehrungen in Windows 2000. Was ist daran so besonders?

ALLCHIN: Die Stabilität eines Systems hängt nicht nur von der zugrunde liegenden Technologie ab. Wir haben eine ganze Menge Zeit damit verbracht, die richtigen Abläufe für die Implementierung zu dokumentieren. Sobald wir ein Problem entdecken, informieren wir unsere Kunden. Nach und nach werden wir einige Scripts dazu herausbringen, wie ein System nach einem bestimmten Modell eingerichtet werden kann. Wir haben bereits ein Sicherheits-Tool, das eine Systemanalyse vornimmt und einen Statusreport liefert. Das Sicherheitsniveau kann je nach Wunsch eingestellt werden.