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01.08.2003 - 

Analysten sind uneinig

Linux-Lösegeld an SCO bezahlen?

MÜNCHEN (CW) - Die Analysten sind sich nicht einig über die Frage, ob Linux-Anwender, wie von SCO gefordert, eine Unix-Lizenz erwerben sollten. Deutsche Anwender sollten grundsätzlich nicht auf die Forderung eingehen.

SCO verlangt von allen Unternehmen, die Linux ab der Kernel-Version 2.4 verwenden, den Erwerb einer Unix-Lizenz (siehe CW 30/03, Seite 8). Die Höhe dieser pro Server erhobenen "Linux-Steuer" ist noch nicht festgelegt. Keine einheitliche Empfehlung können die Analysten den Anwendern auf die Frage geben, ob sie auf die SCO-Forderung eingehen sollten oder nicht.

Gartner-Analyst George Weiss rät Anwendern, "mit SCO in Kontakt zu treten, um die Forderungen, Kompensationen und mögliche künftige Haftung zu diskutieren". Darüber hinaus sollten sie "die Inbetriebnahme von Linux-Anwendungen und Datenbank-Servern hinausschieben, wenn es um kritische Applikationen geht". Sicherheitshalber sollten sich Anwender über Unix- oder Windows-basierende Alternativen informieren und gegebenenfalls Outsourcing in Betracht ziehen, "was die Lizenzfrage an eine dritte Partei schiebt".

Analyst Chad Robinson von der Robert Fraces Group ist da ganz anderer Ansicht: "Unternehmensanwender sollten ihre Linux-Anwendungen nicht abschalten, denn die Erfolgsaussichten von SCO sind schlecht. SCO versucht anscheinend, Geld aus dem Linux-Markt zu ziehen, ohne seine Forderungen so zu untermauern, dass Anwender reagieren könnten." Sein Kollege Adam Braunstein hält es für "extrem unwahrscheinlich, dass irgendein Anwender das Scheckbuch zücken muss".

Das Forschungsunternehmen Illuminata empfiehlt Anwendern, das SCO-Vorgehen gegen IBM und Linux sorgfältig zu beobachten, aber nicht von Linux-Plänen abzuweichen. SCO und seine Anwälte müssten "noch jede Menge legaler Hürden überwinden", argumentiert Analyst Gordon Haff. Und Stacey Quandt von Forrester Research rät, die Anwender müssten das Risiko kalkulieren. Nach ihrer Ansicht hat SCO nicht genug Informationen vorgelegt, um Unternehmen zum Bezahlen der Linux-Steuer zu bewegen. "Eine Lizenz auf der Basis von Vorwürfen statt Fakten zu zahlen gibt einfach keinen Sinn."

Deutsche User in Sicherheit

Dass SCO seine Behauptung, Linux enthalte Unix-Code, weder öffentlich noch vor Gericht belegt hat, bringt dem Unternehmen mancherorts rechtliche Probleme ein. So haben deutsche Gerichte verschiedene einstweilige Verfügungen erlassen, die SCO diese Behauptung untersagen, weil sie wettbewerbsverzerrend wirkt. Demzufolge dürfte sich SCO schwer tun, von deutschen Anwendern Lizenzgebühren zu verlangen, ohne zunächst die Verletzung seiner Urheberrechte gerichtlich bewiesen zu haben. (ls)