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01.11.2002 - 

Investmentbanker als Vorreiter

Linux schickt sich an, die Wallstreet zu erobern

MÜNCHEN (CW) - Amerikanische Investmentbanker setzen zunehmend auf das Open-Source-Betriebssystem Linux. Es ersetzt vor allem Unix-Systeme für Großrechner sowie Windows-Umgebungen auf Intel-basierenden Server-Clustern.

Eine Reihe von New Yorker Finanzdienstleistern, darunter Morgan Stanley, Goldman Sachs, Credit Suisse First Boston und E-Trade, nutzen Linux-Systeme. Dem amerikanischen Marktforschungsunternehmen Tower Group zufolge laufen bereits sieben Prozent aller in den Investment-Banking-Instituten eingesetzten Server unter dem Open-Source-Betriebssystem. Und es macht offensichtlich weiter Boden gut. "Die Liste der Unternehmen, die bei künftigen Projekten Linux einführen wollen, ist extrem lang", so Rick Carey, Chief Technology Architect bei Merrill Lynch. In einigen Bereichen wie Desktop-Applikationen bevorzuge er zwar weiterhin Microsoft-Produkte, die Kosten für den Linux-Betrieb lägen jedoch bei einem Zehntel der Ausgaben für Unix- oder Windows-Alternativen.

Millionen Dollar gespart

Seit Jahresanfang arbeitet Carey an einem Linux-Rollout von unternehmenskritischen Programmen, darunter eine Mainframe-basierende Anwendung für die Verwaltung von Renten-Pensionsfonds, die pro Quartal 200 000 Auszüge erzeugt. Bei Merrill Lynch läuft Linux außerdem auf 50 geclusterten Intel-Rechnern mit je zwei Prozessoren.

Dushyant Shahrawat, Analyst und Autor der Towergroup-Studie, sieht die Investmentbanker in der Rolle eines Eisbrechers - unter anderem weil sie schon immer zu den frühen Nutzern neuer Techniken gehört hätten. Ein offenes System wie Linux eigne sich außerdem gut für die meist sehr heterogenen Architekturen, die in diesen Unternehmen zu finden seien.

Auch Etrade hat einen fundamentalen Wechsel seiner Betriebssystem-Strategie vollzogen und betreibt seit Januar 90 IBM-X-Series-330-Server unter Linux. Laut Josh Levine, Chief Administrative Officer von Etrade, hat die Einführung alle Erwartungen erfüllt. Der Online-Broker habe damit Softwarekosten in Höhe von mehreren Millionen Dollar einsparen können. (rg)