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25.05.2001 - 

Bemühungen um Finanzierung sind gescheitert

Linux-Spezialist Eazel gibt ein Jahr nach der Gründung auf

MÜNCHEN (CW) - Nur gut ein Jahr nach seiner Gründung muss der US-amerikanische Linux-Spezialist Eazel seine Pforten schließen. Das Unternehmen war angetreten, eine besonders einfach zu bedienende grafische Oberfläche auf Basis des Linux-Desktops Gnome zu etablieren.

Ein Ziel hatte Eazel schon erreicht: Mit der Vorstellung von "Nautilus" präsentierte das Unternehmen im März die erste Version seiner grafischen Benutzer-Schnittstelle, die auf dem Linux-Desktop Gnome aufsetzt. Zu schaffen machte der von ehemaligen Apple-Entwicklern gegründeten Softwareschmiede aber die schwache finanzielle Basis.

Nach einer ersten Finanzierungsrunde im April 2000 hatte die Startup-Company elf Millionen Dollar Wagniskapital von Accel Partners erhalten. Die steigenden Kosten führten zu einem zusätzlichen Kapitalbedarf, den das Management trotz intensiver Bemühungen nicht befriedigen konnte. Im März entließ Eazel die Hälfte der Beschäftigten. "In den letzten sechs Monaten haben unsere Vorstandsmitglieder und Führungskräfte unermüdlich gearbeitet, um die Finanzierung des Unternehmens zu sichern", schrieb Mitgründer Bart Decrem den Entwicklern des Open-Source-Projekts Gnome. Die Hightech-Kapitalmärkte aber seien ausgetrocknet, eine Fortführung des Betriebs daher nicht mehr möglich.

Zu den Eazel-Gründern zählen prominente Branchengrößen wie Andy Hertzfeld, Mitentwickler von Apples Macintosh-Betriebssystem, und Mike Boich, einer der bekanntesten Köpfe in der Macintosh-Szene. Auch Mike Homer, ehemaliger Marketing-Chef bei Netscape und nach der Übernahme durch AOL verantwortlich für das Netcenter-Portal, war von Anfang an dabei.

Ob das Projekt Nautilus weiterlebt, hängt von der Unterstützung durch die Open-Source-Gemeinde ab. Eazel hatte das System als quelloffene Software entwickelt und wollte mit Web-basierten Dienstleistungen wie einem Update-Service Geld verdienen. Das Unternehmen beschäftigte zeitweise 13 bezahlte Programmierer, im April sank die Zahl auf fünf.

Ähnlich wie das auf dem KDE-Desktop basierende System "Konqueror" vereint Nautilus die Funktionen eines Web-Browsers mit denen eines Datei-Managers. Die Entwickler reklamierten allerdings eine noch intuitivere Bedienung für sich, die insbesondere Privatanwendern den Umgang mit Linux leichter machen sollte. Mehrere IT-Hersteller, darunter Dell Computer, wollen ihre Rechner mit der neuen Oberfläche ausliefern. Sun Microsystems integriert den Eazel-Desktop in sein Solaris-Betriebssystem. Im Februar kündigte Red Hat an, Nautilus in alle seine künftigen Linux-Versionen einzubauen.