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07.02.2003 - 

Marktprognosen von Techconsult und Meta Group

Linux vor weiteren Erfolgen

MÜNCHEN (ls) - Die Marktforschungsunternehmen Techconsult und Meta Group sagen Linux weitere Erfolge in Server-Umgebungen voraus. Dabei weiche der Hype um das quelloffene Betriebssystem einer realistischeren Betrachtung wirtschaftlicher und technischer Vorteile für die Anwender.

Das Kasseler Marktforschungsunternehmen Techconsult hat bei den Teilnehmern einer im Sommer letzten Jahres veranstalteten Erhebung zur Entwicklung des deutschen Linux-Markts noch einmal nachgefragt. Demnach haben sich die damals festgestellten Trends bestätigt oder gar beschleunigt. So hatten die Analysten ursprünglich prognostiziert, Linux werde im Jahr 2004 von 25 Prozent der Anwenderunternehmen genutzt. Dieser Verbreitungsgrad war bereits bei der zweiten Befragung im Dezember letzten Jahres erreicht.

Auf Intel-basierenden Servern hatte Linux Ende 2002 einen Marktanteil von 12,5 Prozent. Nach der neuen Techconsult-Prognose sollen es bis Ende dieses Jahres 13,5 Prozent sein. Im Client-Bereich gibt es bei einem Marktanteil von drei Prozent kaum Veränderungen. Nur in der öffentlichen Verwaltung sollen Linux-Desktops künftig eine nennenswerte Rolle spielen. Durch die zunehmende Verbreitung von Linux sieht Techconsult vor allem die Unix-Derivate unter Druck geraten. Lediglich im Highend sind sie auf absehbare Zeit nicht gefährdet. Microsoft ist, so Techconsult, "relativ wenig von Linux betroffen, kann aber andererseits auch nicht ins Unix-Segment vordringen".

Die Analysten sagen für das gebräuchlich gewordene Linux auch eine Schattenseite des IT-Alltags voraus: "Im Laufe des Jahres 2003 wird es auch erstmals negative Berichte über Linux-Projekte geben." Denn nicht das Betriebssystem mache ein Projekt erfolgreich, sondern eine Vielzahl von Faktoren, besonders das Projekt-Management.

Reine Linux-Umgebungen würden nur wenige entstehen, so Techconsult, vielmehr werde das quelloffene System in bestehende Systemlandschaften integriert. Dadurch böten sich für IT-Anbieter große Marktchancen, wenn sie Integrationskompetenz in die Waagschale werfen könnten.

In der Integration sieht auch die Meta Group die Hauptkonsequenz der aktuellen Entwicklung bei den Server-Betriebssystemen. Der Markt für Linux-Dienstleistungen in Deutschland werde dadurch von 65 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf 85,8 Millionen Euro im laufenden und 113 Millionen Euro im kommenden Jahr wachsen. Die Meta Group hat für die Studie "Linux - Betriebssystemlandschaft im Wandel" mit 188 deutschen Anwendern detaillierte Interviews geführt.

Nach Erhebung der Meta Group arbeiten 36 Prozent der deutschen Unternehmen - und nicht ein Viertel, wie Techconsult annimmt - mit Linux, drei Viertel davon mit einer Distribution von Suse. 81 Prozent der Anwender nannten Kostenvorteile als ausschlaggebenden Grund. Der finanzielle Aspekt wurde damit zum wichtigsten Motiv einer Entscheidung für das quelloffene System. Deutlich zurück liegen Stabilität, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit bei 59 Prozent sowie Flexibilität und Integrationsfähigkeit bei 54 Prozent der Anwender.

Die Meta Group stellt in Frage, ob der Kostenvorteil wirklich so deutlich oder nur angenommen sei. Analyst Luis Leamus hält fest: "Sowohl Annahmen als auch die Realität sind wirksame Triebkräfte." Besondere Hindernisse für eine weitere Verbreitung von Linux sieht die Meta Group vor allem in Irritationen über die Vielzahl der Distributionen, in befürchteten Inkompatibilitäten sowie in Ängsten um den Support für das System und die Anwendungen.

Abb: TCO-Erwartungen erfüllt

Beim größten Teil der Anwender haben sich Hoffnungen auf günstigere Total Cost of Ownership (TCO) erfüllt. Niemand nutzte die Antwortmöglichkeit, seine Erwartungen seien enttäuscht worden. Quelle: Meta Group