Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

25.01.2005 - 

Kolumne

Lippenbekenntnisse reichen Kunden nicht

Peoplesoft- und J.D.-Edwards-Kunden kommen wahrscheinlich zurzeit gar nicht zum Arbeiten, weil sich die Account-Manager von Oracle, SAP, Microsoft und anderen Softwarehäusern die Klinke ihrer Bürotür in die Hand geben - natürlich jeder mit einem ganz besonderen Angebot im Aktenkoffer. Übernahmen - besonders von Softwarehäusern - bringen das einfach mit sich. Die Konkurrenz versucht abzuwerben, der Käufer die Kunden mit vollmundigen Versprechen bei der Stange zu halten.

Verständlich: Selten sind Anwender stärker verunsichert, als wenn ihr angestammter Anbieter übernommen wird. Das gilt vor allem, wenn der Käufer im Vorfeld des Deals irritierende Bemerkungen zur Weiterentwicklung und Pflege der zugekauften Produkte macht. Kurz nach der Ankündigung der feindlichen Übernahme hatte Oracle-Boss Larry Ellison klargestellt, dass er kein gesteigertes Interesse am Weiterleben der Peoplesoft-Produkte hat, sondern zur möglichst schnellen Migration auf Oracle-Produkte rät. Zwar rückten die Marketing-Strategen das schnell wieder zurecht, doch der Schaden ist da und dürfte sich auch mit der Wartungsgarantie bis 2013 so ohne weiteres nicht behebenlassen.

Idealer Nährboden für Lockangebote. Während Microsoft mit seinen 25 Prozent Rabatt in erster Linie auf die mittelständischen Kunden von J.D.Edwards ("World" und "Enterprise One") zielt, plant SAP offenbar größer und schlauer. Die Walldorfer haben sich vergangene Woche mit Tomorrow Now ein US-Systemhaus einverleibt, dass sowohl SAP- als auch Peoplesoft-Applikationen betreut (siehe Seite 6). Für Anwender, die SAP- und Peoplesoft-Software betreiben, steigt Tomorrow Now auf Wunsch in die Peoplesoft-Verträge ein und betreibt die Programme weiter. Allerdings mit der zusätzlichen Offerte, die SAP-Middleware "Netweaver" zu nutzen, damit man die beiden Softwarewelten enger miteinander verzahnen könne und - das bleibt ungesagt - ein späterer Umstieg auf Mysap leichter fällt.

Das ist nicht nur geschickt eingefädelt, sondern angesichts der Abhängigkeit der Peoplesoft-Kunden von ihrer Business-Software auch eine der wenigen Optionen für eine "sanfte" Migration, die den Betroffenen nicht abverlangt, die Investitionen der vergangenen Jahre einfach in den Kamin zu schreiben.

Wie sich die Anwender entscheiden hängt hauptsächlich vom Verhalten Oracles ab: Wenn sich herausstellen sollte, dass die Selbstverpflichtung zur Entwicklung des Zukunftsprodukts "Project Fusion", dass sich aus der E-Business-Suite von Oracle und der Peoplesoft-Welt speisen soll, ein reines Lippenbekenntnis war, laufen die Kunden scharenweise davon.