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14.03.2003 - 

Studie über die Kosten der Implementierung von Business-Software

Lizenzkosten sagen nicht viel aus

MÜNCHEN (CW) - Die Kosten der Implementierung von Business-Software können - je nach Anbieter und Strategie - sehr unterschiedlich ausfallen: Nach einer aktuellen Studie von Ovum variieren sie zwischen 2000 und 87000 Euro pro Nutzer. Dabei liefern die reinen Lizenzgebühren nach Angaben der Marktforscher wenig Anhaltspunkte für die Höhe der Gesamtkosten.

Um die bei der Implementierung von Business-Software anfallenden Gesamtkosten zu ermitteln, hat das britische Marktforschungsinstitut Ovum in den vergangenen drei Monaten im Rahmen einer aktuellen Studie weltweit über 40 private und öffentliche Organisationen befragt. Berücksichtigt wurden dabei zentrale und dezentrale Lösungen der führenden Anbieter sowie Stand-alone-Systeme mittelständischer Hersteller.

Große Kostenunterschiede

Wenig überraschend ist die Erkenntnis, dass die Implementierung der großen Business-Softwarepakete finanziell aufwändiger ist als die mittelständischer Unternehmenslösungen. Erstaunlich ist allerdings das Ausmaß: Laut Studie können die Kosten bei "Tier-1"-Systemen - darunter verstehen die Analysten die unternehmensweiten Business-Lösungen von J.D. Edwards One World, Oracle Applications, Peoplesoft und SAP R/3 - zwischen 3000 und 87 000 Euro pro Nutzer liegen. Die Implementierung mittelständischer, für den internationalen Einsatz ausgelegter Softwareapplikationen ("Tier 2") wie etwa CA Accpac, Microsoft Business Solutions, Sage Tetra und Scala Enterprise hingegen schlägt mit 1000 bis 50000 Euro pro User zu Buche. Obwohl Tier-1- und Tier-2-Lösungen in Sachen Komplexität, Funktionsumfang und Skalierbarkeit naturgemäß differieren, fragen sich laut Ovum viele Unternehmen, inwieweit der immense Kostenunterschied gerechtfertigt ist. So haben einige Organistationen Stand-alone-Tier-2-Systeme in kleineren internationalen Standorten mit Erfolg implementiert - zu einem Bruchteil der Kosten, die bei dem Rollout einer übergreifenden Tier-1-Lösung anfallen würden.

Nach Ansicht der Ovum-Analysten zeugt dies von der geringen Aussagekraft der Lizenzgebühren für die Gesamtausgaben, mit denen die Unternehmen im Zuge der Implementierung zu rechnen haben. "Die Untersuchung zeigt, dass Lizenzen lediglich zehn Prozent der Gesamtkosten ausmachen können", so Studienautor Dennis Keeling. Gleichzeitig werde deutlich, dass die Implementierungskosten von dem industrieweiten Preisverfall im Rezessionsjahr 2002 weitgehend unberührt blieben. "Während die Lizenzgebühren teilweise um bis zu 50 Prozent gesunken sind, hat sich bei den Implementierungskosten kaum etwas verändert."

Auf Basis der Studienergebnisse hat Ovum folgende Faustregeln zur Kostenreduzierung zusammengestellt: Zum einen raten die Marktforscher, sich an die mit der Software gelieferten Standardgeschäftsprozesse des Lösungsanbieters zu halten und spezielle, bei Drittanbietern in Auftrag gegebene Anpassungen weitmöglichst zu vermeiden. Das habe sich laut Umfrage als die günstigste und effektivste Art der Softwareimplementierung erwiesen.

Kostenreduzierende Maßnahmen

Des Weiteren empfehlen die Analysten, die Consulting-Services des Softwareherstellers in Anspruch zu nehmen. Im Gegensatz zu Drittanbietern liege es in dessen Interesse, die diesbezüglichen Gebühren - angesichts des Wettbewerbsdrucks in diesem Marktsegment - niedrig zu halten.

Last, but not least gelte es, im Vorfeld einer Kaufentscheidung alle preistreibenden Faktoren und Komponenten des Implementierungsprojekts auszumachen und zu berücksichtigen. Dazu zählten neben der Rollout-Methode, der Art des Systems und des Implementierungspartners die Preise der Komponenten - etwa Upgrade- und Schulungskosten. (kf)

Abb: Implementierungskosten

Gesamtausgaben (pro User) bei Tier-1- und Tier-2-Lösungen. Quelle: Ovum