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15.10.1982 - 

Erster Einsatz sorgt für Überraschung:

LKW-Hersteller nutzt Ada für LUG-Programm

Nachdem man noch in diesem Jahr mit der Ada-Validierung rechnen kann, erhebt sich die Frage, wer diese Programmiersprache denn nun eigentlich anwenden wird. Ada wurde zwar im Hinblick auf die Unterstützung verteidigungstechnischer Systeme entwickelt, doch zuerst wurde sie überraschenderweise in einem Gehaltsabrechnungsprogramm implementiert.

Bei der Intellimac Inc., in Rockville, Maryland, wird der Beta-Test für den Ada-Compiler der Telesoft Inc. durchgeführt. Dort wird Ada auch zur Entwicklung kommerzieller Programme für das Motorola-68000-Mikroprozessorsystem eingesetzt.

Der erste Anwender des Ada-Gehaltsabrechnungspackage ist ein Omnibus- und Lastkraftwagenhersteller in North Carolina. Wie Ralph E. Crafts, ein Vizepräsident der Intelimac sagte, bestehen Pläne zur baldigen Installation eines automatischen Lagerbestandsüberwachungssystems für dasselbe Unternehmen sowie zur Entwicklung eines Programmpakets für eine integrierte Fertigung. Alles wird ausschließlich in Ada geschrieben. "Im Juni letzten Jahres hatten wir uns den Ada-Compiler besorgt", bemerkte Crafts. "Von da ab bis Oktober konnten wir viel mit ihm arbeiten. Im Oktober traf die Intellimac dann die schwerwiegende Entscheidung, für die kommerzielle Softwareentwicklung ausschließlich Ada anzuwenden. Ihre Erfahrungen mit Ada überzeugten die Spezialisten von Intellimac, daß Ada als kommerzielle Sprache Cobol, Fortran und PL/1 weit überlegen ist.

Crafts stellte fest, daß Ada leicht zu lernen ist und daß die Programmierer von Intellimac sich die erforderlichen Kenntnisse selbst beigebracht haben. Als Beispiel erwähnte er einen 38jährigen Programmierer, der 20 Jahre lang in Basic programmiert hatte. Bereits nach drei Tagen Selbstunterricht schrieb er einen guten Ada-Code. Programmiert ein amerikanisches Unternehmen in .Ada, so gilt das bereits als ein Werbeargument, wenn es qualifizierte Programmierer sucht.

Im Zusammenhang mit der ersten Ada-Anwendung für das Gehaltsabrechnungsprogramm der Intellimac kann festgestellt werden, daß Ada wohl überwiegend als Universalsprache zur Verwendung kommen wird, da es viele Möglichkeiten zur Entwicklung großer Programmkomplexe bietet. Ada stellt also viel in Aussicht, besonders was die Portabilität betrifft. Entworfen wurde es zum Programmieren in relativ maschinenfernem Umfeld. Es unterscheidet sich aber insofern besonders wohltuend von Sprachen wie Fortran, die besondere Schwierigkeiten machen, wenn man Programme zur Anwendung auf einem fremden System anzupassen hat.

Ada dürfte sich also auch im Sinne einer Produktivitätssteigerung auswirken, was wohl einer der Hauptgründe sein wird, wenn Ada auf Gebieten Erfolg hat, wo andere Sprachen Probleme aufwerfen.

Der in Bälde anzukündigende Ada-Compiler der Western Digital Corp. wird wohl zuerst von den Vertragsfirmen des Pentagon benützt werden, doch wies ein Sprecher dieses Unternehmens darauf hin, daß vor allem in Europa ein enormer kommerzieller Markt erschlossen werden kann.

Der Autor gehört zum Stab der COMPUTERWORLD

Aus COMPUTERWORLD übersetzt von Hans J. Hoelzgen, Böblingen