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20.09.1978 - 

Brisante Wissenschaft mit hohem Grundnutzen:

lnformatiker-Ausbildung wenig praxisbezogen

BERLIN - Auch wenn die Industrie ihren Nachholbedarf an Informatikern in etwa drei Jahren gedeckt haben dürfte - es wird ein erheblicher Ersatzbedarf verbleiben. Allerdings: "Hochschul-Informatiker haben bei der Einstellung in den Beruf oft einen erheblichen Nachholbedarf im Wissen um den Einsatz neuer softwaretechnologischer Werkzeuge.

Die Kritik an der Ausbildung äußerten "Anwender" bei der 8. Jahrestagung der (...)ellschaft für Informatik (GI) an der (...)U-Berlin. Eine GI-Umfrage "Zur Berufssituation des Berufsinformatikers" (GI-Mitteilungen, 23. Folge) war zum Angelpunkt einer Podiumsdiskussion

gemacht worden, an der Vertreter der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Arbeitsverwaltung teilnahmen.

Wie Dr. Bernd Reuse (Bundesministerium für Forschung und Technologie) als Diskussionsleiter resümierte, "ist die Ausgangssituation für Informatiker günstig." Da die Rechnerbestände in der Bundesrepublik "ohne erkennbare Sättigungstendenzen weitersteigen"", werden "1978 etwa 380 000 und 1980 etwa 480 000 DV-Fachkräfte im Markt tätig sein". Damit ist das positive Selbstwertgefühl, das die Informatiker in der GI-Umfrage an den Tag legten, auch von Praktikern als gerechtfertigt dargestellt worden. Immerhin geht es künftig noch um einen jährlichen Zusatzbedarf von 50 000 Iriformatikern, die mindestens zu einem Zehntel Hochschul-Absolventen sein sollten.

In der Begrüßungsrede hatte der Berliner Senatsdirektor Professor Dr. Hartmut Jäckel die Informatik "als anerkannte und nutzbringende Wissenschaft" gelobt, und sich gefreut, daß die "Informatik-Gründerjahre mit ihren aufreibenden Diskussionen um das Selbstverständnis dieser Wissenschaft vorbei sind". Jäckel: "Der Diplom-Informatiker hat heute weder Legitimationsschwierigkeiten noch nennenswerte Arbeitsplatzprobleme."

Jäckel verwies aber darauf, daß die Informatik bei allem volkwirtschaftlichen Nutzen "eine nicht geringe Brisanz zu entfalten vermag. Das besonders Fatale an der Informatik scheint dabei zu sein, daß diese Brisanz erst in einer relativ späten Phase unmittelbar erkennbar

wird."