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14.03.2003 - 

CeBIT-Trends/Der heiße Draht zum Kunden

Location Based Services sind startklar

Der Mobilfunkmarkt steckt zwar in einer Krise, doch lassen höhere Intelligenz und größere Displays der mobilen Endgeräte hoffen. Dazu kamen für Unternehmen und Privatkunden attraktive lokale Dienstleistungen. Von Manfred Georg*

Die hohen Schulden der Mobilfunkbetreiber infolge der UMTS-Lizenzen, ein stagnierender Markt und die Angst um die Auswirkungen eines möglichen Irak-Kriegs wirken auf die Wirtschaft: Damit scheint auch die mobile Datenkommunikation derzeit unter keinem guten Stern zu stehen. Dennoch sind sich Branchenkenner sicher: Zieht der Markt erst einmal an, dann wird er das vor allem im Feld im Mobilfunk tun. Das nicht nur, weil den Betreibern auf Dauer nichts anderes übrig bleibt, als die Flucht nach vorn ins breitbandige UMTS anzutreten. Auch die wachsende Intelligenz der mobilen Endgeräte, gepaart mit einem größeren Display und komfortablerer Eingabe, spricht für diese Einschätzung.

Die Marktdurchdringung mit Handys in Deutschland ist beachtlich. Und jedes dieser Handys ist SMS-fähig.

Mit diesem Schmalspur-Datenübermittler generieren weltweit die Mobilfunkbetreiber die Hälfte ihres Umsatzes. Das spartanische SMS zeigt, wohin es im Markt geht. Mittlerweile ist es unter anderem dazu in der Lage, die Versendung von E-Mails zu initiieren und sich Eintritt in ERP (Enterprise Resource Planning)-Systeme zu verschaffen, um dort Daten anzuzapfen oder Aufträge zu schreiben. Wie viel mehr müsste dann direkt über eine durchsatzstarke Datenschiene wie GPRS (General Packet Radio Service - maximal 114 Kbit/s) und UMTS (Universal Mobile Telecommunications System - maximal 2 Mbit/s) gehen, mit professioneller Ein- und Informationsgabe an den Endgeräten wie PDA (Personal Digital Assistant), Communicator oder Handheld-PC?

Wichtig werden dürften Location Based Services (LBS). Diese mobilen ortsgebundenen Dienste erlauben, den Kontakt zum Kunden und Interessenten nie zu verlieren, unabhängig davon, wo der sich gerade befindet. Marktkenner sehen darin ein Mittel, um bestehende Kunden zu halten und neue einfacher zu gewinnen. Vor allem mit der intelligenteren LBS-Form der Situation Based Services (SBS), können Unternehmen via Portal ihrer Klientel unterwegs interaktiv mit auf den Leib zugeschnittenen Informationen und Services aufwarten. Die Integration in die Business-Logik, die Datenbank oder das Data Warehouse, ist dafür Voraussetzung.

Das potenzielle Einsatzfeld ist weit gefächert. Hotels, Restaurants, Tankstellen, Veranstalter jeder Art sowie Warenanbieter beliebiger Branchen können davon ebenso profitieren wie Banken und Sparkassen, Versicherungen, Verkehrsbetriebe und das Gesundheitswesen.

Intelligente Routenplanung via LBS auf Grundlage aktueller Verkehrsdaten sowie schnelle Hilfe mit automatischer Lokalisierung in Notfällen sind einige weitere Anwendungsbereiche. Auch für den bürgernahen Auftritt von Behörden empfehlen sich derartige Dienste.

LBS von allgemeinem Interesse mit großer Reichweite

Das Umsatzpotenzial, das Analysten für solche Dienste sehen, ist beachtlich. So gehen die Analysten der Strategis Group für das Jahr 2005 allein in Europa von einem 93-Milliarden-Dollar-Markt aus. Ovum veranschlagt weltweit für 2006 einen Umsatz von 20 Milliarden Dollar mit 684 Millionen Teilnehmern, die dann via Mikro-Browser und vornehmlich UMTS auf standortbezogene Dienste zugreifen werden. Auch wenn diese Prognosen voraussichtlich erst mit Ein- bis Zweijahresverzug eintreten werden, so haben sie doch die deutschen Mobilfunkbetreiber auf den Plan gerufen, standortbezogene Dienste zu offerieren. Sie haben LBS von allgemeinem Konsumenteninteresse mit bundesweiter Reichweite im Programm. Spezifische Produkt- und Dienstleistungsinformationen mit regionaler Bedeutung müssten jedoch die anbietenden Unternehmen und Organisationen selbst zur Verfügung stellen. Das gilt auch für Behörden, Nahverkehrsbetriebe und städtische Verkehrsverbunde.

Standortbezogene mobile Dienste mit Mehrwert

Auf sie kommt es jetzt an, ob sich LBS/SBS für ihre bestehenden Kunden und möglichen Neukunden als standortbezogene mobile Dienste mit Mehrwert erweisen werden, für die Anwender dann auch zu zahlenbereit sind.

Die sind gefordert, die Pforten zu ihren Datenbanken und/oder ihrem Data Warehouse zu öffnen und daraus interaktive Dienste mit persönlichen Informationen und Services zu kreieren. Mit dieser Integration können Unternehmen und Organisationen nicht nur über die zusätzliche mobile Marketing-, Vertriebs- und Serviceschiene besser ins Geschäft kommen. Sie könnten darüber auch im Mix mit den bestehenden Kundenkanälen ihre Marketing-, Vertriebs- und Kundendienstaktivitäten ausbauen, verfeinern und personalisieren.

Die geschützte Übermittlung sensibler Geschäftsdaten ist mittlerweile kein Problem mehr. Die Erzeugung beispielsweise eines einbruchsicheren 128-Bit-Schlüssels, über schmal-bandige GSM-Verbindungen Minutensache, geht via GPRS sekundenschnell über die Bühne. Dazu kommen Lösungen wie M-ID von Siemens für eine sichere Identifizierung und Authentisierung der mobilen Kommunikationsteilnehmer. Dadurch können auch Direktgeschäfte in Form von Bestellungen, Ticketkauf und Banktransaktionen sicher über standortbezogene mobile Dienste abgewickelt werden. (bi)

*Manfred Georg ist Abteilungsleiter Mobile Business Solutions bei Siemens Business Services (SBS) in Paderborn.

Beispiel

Der Teilnehmer ruft die mobile LBS-Anwendung auf und gibt dem Location Finder an, wo er ist und wo er hinmöchte. Mit dieser Position verzweigt die Software zum Geographical Information Server, um von dort die geforderte Fußgänger- oder Autokarte aus dem Bestand an Deutschlandkarten auszulesen. Der Herstellertyp des mobilen Endgeräts wird von der Software automatisch erkannt, die Kartenausgabe an das geforderte Ausgabeformat angepasst.

Abb: LBS-Systemarchitektur

Mobile ortsgebundene Dienste erlauben, den Kontakt zum Kunden und Interessenten nie zu verlieren. Quelle: Siemens Business Solution