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14.04.1989 - 

US-Luftfahrtkonzern verkauft Calcomp, Metier und Cadam:

Lockheed beendet Ausflug in die Computerei

CALABASAS (CW) - Nach einem Versuch, mit Hilfe von DV-Produkten zusätzlichen wirtschaftlichen Auftrieb zu bekommen, hat der amerikanische Flugzeughersteller Lockheed Corp. zur Landung angesetzt. Die in den achtziger Jahren eingekauften Computerfirmen Calcomp, Cadam und Metier werden wieder ausgegliedert; der Konzern besinnt sich auf sein Kerngeschäft - mit dem Pentagon.

Statt verstärkt neue, zivile Betätigungsfelder zu beackern, konzentriert sich der kalifornische Rüstungskonzern Lockheed wieder auf den hart umkämpften Militärmarkt. Den Nebenkriegsschauplatz "Datenverarbeitung" will das von einer Übernahme bedrohte Unternehmen so schnell wie möglich wieder verlassen; die Diversifikationsstrategie ist abgeblasen. Ursprünglich hatte Lockheeds Engagement in der DV-Sparte dazu dienen sollen, ein Gegengewicht zum Verteidigungsbereich zu schaffen, der nach der Einstellung der Produktion ziviler Passagierflugzeuge (TriStar L-1011) übermächtig geworden war.

Der einstige Starfighter-Hersteller hatte sich in der ersten Hälfte der achtziger Jahre voller Optimismus auf den boomenden Computer- und Elektronikmarkt gestürzt.

Bald reichte das Lockheed-Portfolio von der Rüstungselektronik-Firma Sanders mitsamt ihrer Plotter- und Computergrafik-Tochter Calcomp über das englische Softwarehaus Metier Management Systems bis zum CAD/CAM-Spezialunternehmen Cadam. Dazu kamen konzerneigene DV-Unternehmensbereiche wie Lockheed Dataplan. Doch bald stellte sich her aus, daß die Hoffnungsträger lediglich ein kleines Zubrot zum Geschäftsergebnis beisteuern konnten Eine zentrale Rolle im Gesamtunternehmen spielten sie nie, denn Lockheed behielt den Charakter des Aerospace-Kolosses .

Jetzt zog das Lockheed-Management die Konsequenz. "Die Firmen unserer Information Systems Group sind (zwar) in ihren jeweiligen Märkten führend", lobte Chairman Daniel Tellep die Mitarbeiter der Unternehmen, die abgestoßen werden sollen, "aber ihre Marktausrichtung stimmt generell nicht mit unserer Konzernstrategie überein." Bessere Wachstumsaussichten hätten die Töchter daher außerhalb des Lockheed-Konglomerats.

Wer sich konkret für den Erwerb der Information Systems Group - Jahresumsatz zusammen knapp 600 Millionen Dollar - oder der einzelnen Firmen interessiert, ist bis dato unbekannt. Sprecher der betroffenen Unternehmen halten sich mit Stellungnahmen zurück, sicher ist nur, daß Verhandlungen im Gange sind. Bei dem Plotterhersteller Calcomp, der vor zwei Jahren bereits das Systemgeschäft an die deutsche Isicad GmbH verkauft hatte, gilt ein Management-Buyout als möglich. Ein solcher Deal wer im vergangenen Jahr angestrebt worden, seinerzeit aber nicht zustande gekommen.