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06.02.1976 - 

Software für MDT-Anwendungen

Lösungen für technische Anwendungen gesucht

In CW Nr. 49 vom 5. 12. 1975 hatten die Co-Autoren Dr. K. Koschnitzki und F. Heitz in der Rubrik "MDT/Minicomputer" (Seite 16) Software für MDT-Anwendungen unter der Überschrift "Standardlösungen mit persönlicher Note" vorgestellt. Nachstehend die Fortsetzung und der Schluß dieses Beitrages:

Um festzustellen, welche Erwartungen kleine und mittlere Unternehmen (bis 500 Beschäftigte) in bezug auf MDT-Anlagen und ihre Software haben, wurden Firmen befragt, von denen bekannt war, daß sie bereits mit Anlagen der MDT arbeiten oder in naher Zukunft bestimmte Arbeitsgebiete auf eine noch zu installierende MDT-Anlage im eigenen Haus übernehmen möchten. Dabei wurde auch berücksichtigt, ob einzelne Firmen dadurch, daß sie einzelne betriebliche Aufgaben ausgegliedert haben (externe Rechenzentrum), gewisse Aufgaben der elektronischen Datenverarbeitung - nämlich Aufbereitung und Erfassung der Daten -selbst übernommen haben.

Aufgrund der relativ kleinen Stichprobe (n= 20 Betriebe) sind in vielen Punkten der Befragung nur Tendenzen sichtbar geworden. Andererseits sind aber auch interessante und übereinstimmende, zum Teil auch widersprüchlich erscheinende Einzelheiten zu erkennen, die sich jedoch mit verschiedenen Aussagen, die bei der Befragung (schriftlich und mündlich) von MDT-Anlagen-Herstellern durch die Verfasser zutage getreten sind, decken.

Spätes Informationsbedürfnis

Die Auswertung der Fragebogen ergab folgende Details:

Von den Firmen, die kurz- bis mittelfristig (1975-1980) den Einsatz einer MDT-Anlage planen, hat sich bisher keiner ihrer Mitarbeiter mit der EDV in bezug auf das eigene Unternehmen vertraut gemacht. Weiterhin ist festzustellen, daß kein Mitarbeiter eines planenden Unternehmens bisher die Gelegenheit wahrgenommen hat, bei branchengleichen oder ähnlich gelagerten Unternehmen MDT-Anlagen im Einsatz zu sehen. Da aber alle diese Firmen das Schulen eines oder mehrerer Mitarbeiter beim Hersteller der Schulung durch Fachliteratur oder der Neueinstellung von EDV-Fachleuten vorziehen, ist daraus zu schließen, daß sich die MDT-Anwender mit den organisatorischen Umstellungen in ihrem Betrieb erst dann beschäftigen, wenn die Entscheidung für den Kauf oder die Miete einer MDT-Anlage gefallen ist.

Hersteller sind eigentlich Informanten

Wie kommt aber nun die Kauf- oder Mietentscheidung zustande, die offensichtlich nicht auf den Entscheidungsmodellen zur Verfahrensauswahl und Anlagenauswahl basiert? Es zeigte sich, daß alle potentiellen Kunden bereits Kontaktgespräche mit MDT-Herstellern hatten. Sie sind also die eigentlichen Informanten.

Im Gegensatz zur Groß-EDV sind allerdings wesentliche Unterschiede erkennbar. Die MDT-Anwender verlangen fast ausnahmslos auch die Mitlieferung der Anwendersoftware durch den Anlagenhersteller und lassen dabei oftmals wenig Verständnis für einen angemessenen Software-Preis erkennen. An eine eigene Programmerstellung wurde in keinem Falle gedacht. Die Kaufentscheidung kommt erst zustande, wenn dem Anwender ein seinen Erfordernissen gerecht werdendes Software-Programmpaket angeboten und mitgeliefert werden kann.

Bei der Frage, in welcher Reihenfolge betriebliche Aufgaben auf die MDT-Anlage übernommen wurden bzw. übernommen werden sollen, ergab sich in etwa folgende Reihenfolge:

- Lohn- und Gehaltsabrechnung

- Arbeitszeiterfassung

- Finanzbuchhaltung

- Betriebsabrechnung

- Kalkulation

- Materialwirtschaft und Lagerhaltung.

Der Wunsch, auch technische Aufgaben, wie z. B. Fertigungsplanung und Fertigungssteuerung mit Hilfe der MDT bearbeiten zu können, trat dabei in den Hintergrund, wird aber zu einem späteren Zeitpunkt angestrebt. Dazu muß auch gesagt werden, daß trotz einsatzbereiter MDT-Standard-Programme auf diesem Gebiet noch eine große Lücke ist. Außerdem sind gerade hier die Auffassungen von Herstellern und Anwendern sehr unterschiedlich. Während die Software-Anbieter die Problematik der technischen Aufgabenbereiche unterschätzen, glauben viele Anwender, alle Probleme auf einer "Mini"-MDT-Anlage abwickeln zu können.

Die durch den Einsatz der MDT erwarteten Vorteile werden von den Anwendern sehr optimistisch beurteilt. Vor allen Dingen werden schnellere Abrechnung, genauere Kalkulation, bessere Information durch betriebliche Kennzahlen zusammen mit einer Personalentlastung erhofft. Weitere erklärte Ziele sind bessere Terminplanung und Kapazitätsauslastung.

Von der Hardware wird im wesentlichen einfache Bedienbarkeit sowie die Möglichkeit zum späteren Ausbau der Anlage erwünscht. Überdurchschnittlich schnelle Ein- und Ausgabe sowie überdurchschnittlich schnelle Verarbeitung wird nicht verlangt.

Stellenwert des Kundendienstes

Der Kundendienst der Herstellerfirma wird als weiteres wesentliches Entscheidungskriterium gewertet. Man fordert nicht nur die Ausbildung einzelner Mitarbeiter, sondern auch Unterstützung bei der Lösung organisatorischer Probleme.

Einer eigenen MDT-Anlage wird von den potentiellen Kunden gegenüber der "Datenverarbeitung außer Haus" Vorrang eingeräumt, z. B. aus Gründen der freien Verfügbarkeit der Anlage ohne Termingebundenheit, aus Zuverlässigkeitsgründen und wegen der geplanten Übernahme von technischen Aufgaben, die im allgemeinen nicht außer Haus bearbeitet werden können.

- Dr. K. Koschnitzki und REFA-Ing. F. Heitz sind wissenschaftliche Mitarbeiter des Instituts für technische Betriebsführung im Handwerk, Karlsruhe