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13.02.1998 - 

Im Vergleich: IBM, Novell und Lotus

Lösungspakete erleichtern den Aufbau von Intranets

Anwender brauchen nicht immer Unix oder Win- dows NT, um ihr internes Netz zu einem Intranet auszubauen, auch wenn diese beiden Betriebssysteme am häufigsten als Plattform für ein Web eingesetzt werden. Den Aufbau eines "Internet für den Hausgebrauch" unterstützen neben vielen anderen auch Hersteller wie Lotus, Novell und IBM mit Komplettlösungen, die, jede auf ihre Weise, Schwerpunkte setzen.

Auch für die AS/400 oder Netware-Netze gilt, daß Basistechniken wie die Netzprotokolle TCP/IP und Hypertext Transfer Protocol (HTTP), Web-Software und HTML die sonst üblichen Grenzen zwischen verschiedenen Rechnern sowie Betriebssystemen überwinden. Daher begibt sich niemand in eine technologische Sackgasse, wenn er sich für eines dieser Produkte entscheidet. Allerdings eignen sich nicht alle Ansätze gleichermaßen dafür, wenn es darum geht, Datenbanken und Applikationen einzubinden. Da Intranets oft auch mit dem Internet verbunden werden sollen, müssen auch Sicherheitsmechanismen beachtet werden.

Auf einem Seminar des Institutes for International Research (IIR) zum Thema Intranet in Bonn stellte Thorsten Bartholomäus, Systemintegrator bei der Gesellschaft für Information und Bildung (GIB) in Siegen, drei Lösungen vor, mit denen das Unternehmen in Projekten Intranets bei Firmen eingerichtet hat: "Intranetware" von Novell, "Lotus Domino" und "AS/400e" von IBM.

Da in den meisten Unternehmen immer noch Netware-Server die Hauptarbeit im Netz verrichten, macht es nach Auffassung von Bartholomäus Sinn, dieses Netzbetriebssystem als Plattform für ein Intranet zu wählen. Allerdings läßt sich erst die Version 4 der Netz-Software dazu bewegen, einen Web-Server zu betreiben. Außerdem muß auf dem System neben dem Standardverfahren IPX/SPX zusätzlich die TCP/IP-Protokollsoftware installiert werden. Novell sieht nämlich einen Mischbetrieb des proprietären IPX/ SPX und dem IP-Mechanismus vor. Ab der Version 5 jedoch spricht Netware nur noch das Internet-Protokoll an, dennoch bleibt nach Herstelleran- gaben die Kompatibilität zur IPX-Welt erhalten.

Um Anwendern den Parallelbetrieb beider Protokollwelten zu erleichtern, ersann der Anbieter ein Gateway von IPX zu IP. Netware-Clients benötigen so keinen TCP/IP-Stack.

Von Vorteil ist die Gateway-Lösung aus dem Blickwinkel der Sicherheit, da das interne IPX-Netz vom Web abschottet wird. Wegen der unterschiedlichen Protokolle besteht kein direkter Zugang zu einzelnen Arbeitsstationen im internen Netz. Ein ebenfalls integrierter Multiprotokoll-Router sorgt für den WAN-Zugang, zum Beispiel zum Internet-Service-Provider oder zu einer Niederlassung. Neben einem Web-Server liefert Novell auch einen FTP-Server mit. Auf diese Weise lassen sich per Web-Browser Dateien vom Intranetware-Rechner herunterladen.

Bartholomäus bewertet Net- ware als eine Lösung für den einfachen Einstieg ins Intranet. Gleichzeitig liefere das Netzbetriebssystem, gleiche Hardware vorausgesetzt, eine höhere Web-Server-Performance als ein Windows-NT-System. Generell empfiehlt das Systemhaus jedoch, nicht mehr als 50 bis 100 Web-Anwender an einem Server arbeiten zu lassen. Novell spielt im Intranet seine Stärken bei der Bereitstellung von Netzinfrastrukturen aus.

Während Novells Intranet-Lösung auf beliebigen Intel-PCs aufsetzt, schlägt IBM mit AS/400e einen anderen Weg ein. Dieses Komplettsystem vereint Software und Hardware in einem Guß. Allerdings wurde die Lösung weniger für das Betreiben einfacher Web-Sites als vielmehr für den Aufbau von Internet-Geschäften konzipiert. Außer dem Betriebssystem OS/400 V4R1 erhält der Kunde TCP/IP-Unterstützung, einen Web-Server, eine integrierte Firewall sowie Zusatzprodukte wie "Lotus Domino", "Net. Commerce" und "Net.data".

Nach Ansicht von Bartholomäus macht dieses Lösungspaket jedoch keinen Sinn, wenn lediglich der Web-Server aktiviert werden soll. Wird der Rechner nicht noch für andere Aufgaben genutzt, wäre ein Intranet auf Unix-Basis eine billigere Alternative. Big Blues Produkt sei für Umgebungen mit 100 bis 1000 Arbeitsplätzen geeignet, die eine Web-Anbindung von DB2-Datenbanken benötigen sowie mit E-Commerce-Lösungen liebäugeln. Mit der Software Net.data verwandelt die AS/400e die Datenbankinhalte in Web-Informationen. Dadurch können Browser-User auf diese Daten zugreifen. Außerdem lassen sich nach den Worten von Bartholomäus beliebige Business-Anwendungen über Web-Clients bedienen. Eine Terminal-Emulation ist dafür nicht erforderlich.

Das Zusatzmodul Net.commerce addressiert Unternehmen, die eine E-Commerce-Lösung aufbauen möchten. Zwar erhält der Kunde nach Auffassung des Systemintegrators mit der AS/400e eine sehr stabile Plattform für Web-Anwendungen, doch bedeute die Kombination aus Hardware und Software eine feste Bindung an den Hersteller.

Von den drei vorgestellten Plattformen nimmt die Group- ware-Software Lotus Domino eine Sonderstellung ein, denn diese Intranet-Lösung beinhaltet kein eigenes Betriebssystem, sondern setzt auf Funktionen von Netware, Unix, OS/2, Windows NT oder OS/400 auf. Domino basiert auf einer Dokumentendatenbank und erlaubt es, Anwendungen mittels einer integrierten Entwicklungsumgebung zu schreiben. Die Arbeitsstationen greifen über eine spezielle Software, den Notes-Client, auf den Server zu. Aktiviert der Administrator den integrierten Web-Server, so wandelt Domino alle Bildschirminformationen automatisch Browser-gerecht in HTML-Dokumente um, auf die nicht nur Notes-Clients, sondern auch Web-Browser Zugriff haben. Auf diese Weise kommt der Web-Designer ohne spezielle Tools aus, um Dokumente und Datenbanken Intranet-fähig zu gestalten.

Allerdings verliert der User durch den Zugriff per Browser einige wichtige Funktionen, über die der Notes-Client verfügt. So beschränkt sich der Zugangsschutz beim Web-Zugriff auf eine Paßwort-Abfrage, während sich die Lotus-Software zur Authentifizierung des Users eines digitalen Schlüssels bedient. Systemintegrator Bartholomäus meint, daß Domino speziell für Unternehmen geeignet ist, die im Intranet Dokumente verwalten müssen. Doch auch bei der Integration bestehender Datenbanken macht die Lösung eine gute Figur (siehe Tabelle).

Nach den Erfahrungen des Systemhauses GIB muß ein Computer, wie etwa ein Domino-Server oder eine AS/400e, für den Intranet-Einsatz erheblich leistungsfähiger sein, als eine "normale" Installation. Der Grund: Das Konvertieren von Datenbankdaten und Dokumenten in HTML beansprucht zusätzliche Systemressourcen. Bartholomäus und seine Kollegen gehen beispielsweise nach der Faustregel vor, daß ein für 100 Notes-User ausgelegter Rechner nur etwa 50 Web-Browser bedienen kann. Dafür dürfen dann aber auch die Desktops kleiner ausfallen, auf denen die Web-Browser-Software läuft.