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04.05.1979 - 

Elias: Post ein Glashaus

Logik im Telefon der Zukunft

HANNOVER (CW) - In der Diskussion über den Ausbau der Kommunikationsdienste werde der Post verschiedentlich vorgeworfen, sie halte sich nicht an das Subsidiaritätsprinzip, erklärte Staatssekretär Dietrich Elias in Hannover. Er brandmarkte dies als Versuch, die Post aus "denjenigen Dienstleistungsbereichen herauszudrängen, die als einträglich geltend'. Elias sprach auf der 20. Fachtagung des Verbandes Deutscher Post-Ingenieure (VDPI) e. V., Köln, die traditionell während der Hannover-Messe stattfindet.

In seinem Exkurs über das Dienstleistungsangebot und die unternehmenspolitischen Zielsetzungen der Deutschen Bundespost griff Elias einige Dienste exemplarisch heraus. Eine Darlegung der Gründe, die die Post zum Einstieg in den Markt der Telefaxgeräte-Anbieter veranlaßten, brachte kaum verhüllt an den Tag: Die privatwirtschaftlichen Hersteller dieser Geräte sollten in den Normierungsausschüssen nicht allzu widerborstig sein, sonst macht die Post auch alleine weiter. Elias kleidete dies in die These, der größere Nachdruck, den die Post in diesen (internationalen) Gremien ausüben könne, stärke letztlich die deutsche Industrie.

Was Elias als gemeinwirtschaftliche Aufgabe der Post bezeichnete - ihre Dienste flächendeckend und zu einheitlichen, angeblich auch verbraucherfreundlichen Preisen anzubieten -, muß als Rechtfertigung für die Ausdehnung des Postmonopols auf die neuen und wahrscheinlich lukrativen Kommunikationsformen herhalten. Als Krücke nutzt Elias auch das Argument, zwischen den betreffenden Diensten sei eine Abstimmung vonnöten "die eben nur von der Post geboten" werden könne.

Auf die Gerüchte von einer unzulässigen Verflechtung der Post mit privaten Konzernen konterte der Staatssekretär mit der Aussage: Die Post sei ein "gläsernes Unternehmen", in dem es aus verschiedensten Gründen keine undurchsichtigen Vorgänge geben könne.

Zum Beweis dafür, daß die Bereiche Postwesen und Fernmeldewesen mehr und mehr zusammenwachsen, verwies Elias auf den elektronischen Brief, der ebenso Nachricht wie Postsendung sein werde. 16 Prozent der zukünftigen Briefsendungen werden - so glaubt die Post - elektronisch erfolgen; beginnen wird man bereits in diesem Jahr mit der Verbindung New York - Frankfurt,

Zum Programm der Tagung gehörte auch ein Referat des stellvertretenden Vorstandsmitglieds von SEL Dr. Gerhard Zeidler zum Thema "Kommunikation von morgen - Technologie, Konzept, Bedarf".

In seinem Vortrag stellte Zeidler fest, daß die modernen (Halbleiter-)Technologien der letzten Jahre zwar eine starke Entwicklung im Bereich der Sprach-, Text- und Datenkommunikation ausgelöst hätten, daß sie aber nur einen Faktor darstellten, der für den technischen Fortschritt erforderlich sei. Hinzukommen müsse daneben auch die richtige Konzept-Idee und der Bedarf am Markt. Alle drei genannten Komponenten seien weitgehend unabhängig voneinander.

Zeidler zeichnete auch einige Charakteristika der übernächsten Generation von Kommunikationssystemen. Hier ein wörtlicher Auszug: Die übernächste Systemgeneration, die sich heute in der Planung und Vorentwicklung befindet, wird geprägt sein durch

- weitere Leistungssteigerung und weitere Verbilligung hochintegrierter Halbleiterschaltungen.

- Ausbreitung der Digitaltechnik auf heute noch in Analogtechnik realisierte Einrichtungen,

- weitere Dezentralisierung der Steuereinrichtungen.

Diese Entwicklung wird auf lange Sicht auch beim Fernsprechen zum digitalen Netz führen. Analog-/Digitalwandlung erfolgt dabei in der Teilnehmereinrichtung.

Das ist eine logische Folgerung aus der technischen Entwicklung; denn hochintegrierte Einzelkanalcodierer sind bereits heute wirtschaftlich im Vergleich zu Mehrkanalcodierern - etwa 30-Kanal-Codierern. Zusätzlich werden künftig auch die vermittlungstechnischen Signale als Datenwörter zwischen Vermittlungs- und Teilnehmereinrichtung ausgetauscht. Die Quellen und Senken dieser Signale (Kontakte, Tasten, Speicher, Anzeigen) geben und empfangen sie in der Regel in digitaler Darstellung; somit entfallen die Signalwandler,

Die schon bei analoger Anschlußtechnik mit Hilfe der hochintegrierten Technologie in den Endgeräten möglichen Leistungsmerkmale werden sich mit noch geringerem Aufwand verwirklichen und durch weitere Leistungsmerkmale ergänzen lassen. Damit wandert ein Teil derjenigen logischen Funktionen, die heutige rechnergesteuerte Vermittlungssysteme zur Bedienungserleichterung und zur neue Leistungsmerkmale bieten, ab in die Netzperipherie, in die Teilnehmereinrichtungen. Die dort realisierte einheitliche digitale Technik erlaubt es weiterhin, mit geringem Zusatzaufwand Zusatznutzungen (also Dienste wie Bildschirmtext, Telefax, Teletex oder Fernwirken) einzubeziehen,