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28.10.1983 - 

APL kurz vorgestellt:

Logiksprache ohne beschreibende Worte

Unter den 180 genutzten Programmiersprachen läßt sich APL auf den ersten Blick in die Sprachgruppe der numerisch-wissenschaftlichen Sprachen einordnen. APL enthält darüber hinaus auch Sprachelemente aus der Gruppe der kommerziellen Sprache (Zeichenverarbeitung) und aus der Gruppe der Sprachen, die sich mit der Verarbeitung von Zeichenketten beschäftigen.

APL ist eine Interpretersprache und verfügt über einen eigenen vollintegrierten Programmeditor. Da APL-Programme interpretiert werden, entfallen in der Entwicklungs- und Testphase die bei Compiler-Sprachen unverzichtbaren, zeitaufwendigen Sequenzen von Editieren, Compilieren und Testlauf. Insbesondere bei Programmentwicklung auf Mikrocomputern können sich bei den einzelnen Schritten dieser Sequenz größere Wartezeiten ergeben. Ein zweiter nicht zu unterschätzender Vorteil von APL ergibt sich daraus, daß bei Syntax- oder Laufzeitfehlern das Programm an der Stelle stehenbleibt, wo der Fehler entdeckt wurde. Dabei bleibt die gesamte Programmumgebung erhalten. Somit lassen sich alle Variablen mit ihren letztgültigen Werten abfragen und ändern, fehlerhafte Programmstatements können ebenfalls sofort an Ort und Stelle korrigiert werden, und durch einen einfachen Befehl kann der Testlauf ohne den bei Compilern unumgänglichen Neubeginn von Anfang an von dem fehlerhaften Statement aus fortgesetzt werden.

Im Vergleich zu anderen Sprachen ist APL die am weitesten dialogorientierte Programmiersprache in ihrer Sprachgruppe mit über 80 Elementaroperatoren und einer Vielzahl von eingebauten Systemfunktionen, die alle sofort ohne Programm auch im Dialog verfügbar sind. Verglichen mit anderen Sprachen ist sie die kompakteste, und sie kommt ohne beschreibende Worte aus (wie zum Beispiel in Fortran: READ, WRITE, FORMAT, DIMENSION ... ).

Der den Interpretersprachen allgemein gemachte Vorwurf eines schlechten Laufzeitverhaltens trifft auf APL bei APL-gemäßer Programmierung nicht zu, denn die in anderen Sprachen immer wieder notwendigen Befehlssequenzen zur Schleifenkontrolle (DO 10 I = 1,N ... ) sind bei APL fast immer überflüssig, da sich die meisten Operatoren auf der Programmierebene nicht nur auf eine einzelne Speicherzelle, sondern vielmehr zugleich auf ganze mehrdimensionale Felder anwenden lassen. Dabei ist es oft unerheblich, ob diese Felder Zahlen oder Textzeichen enthalten. Die Abarbeitung dieser Befehle wird von optimierten Maschinencoderoutinen übernommen.

*Ulrich Stienen ist Geschäftsführer der UBA Unternehmensberatung GmbH aus Aachen.