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Kalifornischer Halbleiteranbieter wieder im Aufwind


04.11.1983 - 

Lohnendes Chipgeschäft treibt Motorola-Kurs

Bei dem amerikanischen Hersteller von Kommunikationseinrichtungen und Halbleitern Inc., zeigt die Tendenz weiter nach oben. Der, Kurs der Aktie, die unter anderem an der New York Stock Exchange gehandelt wird, strebt wieder dem im September erreichten historischen Hoch bei etwa 150 Dollar je Aktie zu. Trotz des bereits hohen Kursniveaus rechnet das Brokerhaus Dean Witter damit, daß sich dieser Titel in den nächsten zwölf bis 18 Monaten besser als der gesamte Markt entwickeln wird und rät daher zum Kauf der Aktie von Motorola.

Für das Jahr 1984 wird ein Durchschnittskurs der Motorola-Aktie von 155 Dollar prognostiziert. Die Einschätzung des Brokers wird auch durch das kürzlich veröffentlichte Ergebnis für das dritte Quartal gestützt. Der Gewinn je Aktie erreichte in diesem Zeitraum 1169 Dollar, verglichen mit 0,96 im Vorjahr und der Umsatz belief sich auf 1,07 Milliarden gegenüber 912,4 Millionen Dollar im dritten Quartal 1982.

Die künftige Entwicklung des Unternehmens wird im wesentlichen von den Geschäftsbereichen Kommunikationseinrichtungen und Halbleiter bestimmt werden. Diese beiden Sektoren tragen fast drei Viertel zum Umsatz und 80 Prozent zum Gewinn von Motorola bei. Der augenblickliche Auftragsbestand deutet auf eine deutliche Umsatzsteigerung hin, da die Bestellungen weit höher als im Vorjahr sind. Die Gewinnspannen im Bereich Kommunikationssysteme stehen zwar nach wie vor unter Druck, doch erwartet man für das Jahr 1984 eine Umsatz- und Gewinnsteigerung auf ein Rekordniveau. Die treibende Kraft bei dieser Entwicklung dürften die positiven Aussichten für den Bereich Funktelefonnetze sein. Hier hat Motorola in jüngster Zeit stark in neue Übertragungseinrichtungen und die Entwicklung neuer Produkte investiert. Der hohe Kapitalaufwand hat sich zwar bis jetzt ungünstig auf den Betriebsgewinn ausgewirkt, doch dürfte sich dieses Engagement spätestens 1984 auszuzahlen beginnen. Dean Witter rechnet damit, daß der Umsatz im genannten Sektor künftig um 15 bis 18 Prozent jährlich wachsen könnte, wenn man von einem geschätzten Umsatz von 500 Millionen Dollar bis Ende 1990 im Bereich Funktelefoneinrichtungen ausgeht. Motorola hat sich bei den Betreibern dieser Netze mit seinen Kommunikationsmoduln wie Electronic Mobile Exchanges (EMX) einen guten Namen gemacht und hat daher eine führende Marktposition inne, die sich in den kommenden Jahren auch im Betriebsgewinn niederschlagen dürfte.

Was den Halbleiterbereich betrifft, so war die Nachfrage bis jetzt für alle Produkte stark, wobei auch an den internationalen Märkten trotz der langsamer vorankommenden wirtschäftlichen Erholung eine kräftige Steigerung beobachtet wurde. Die allgemein längeren Lieferzeiten haben dabei zu einem Anziehen der Preise geführt und damit wesentlich zu den höheren Gewinnspannen beigetragen. Die Mikroprozessoren von Motorola sind nach wie vor sehr gefragt und werden besonders in Japan in SBS-Anlagen (Small Business Systems) und Personal Computern eingesetzt. Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Lizenzvereinbarungen mit Western Electric für das Unix-orientierte V/68-System auf der Basis des Mikroprozessors MC 68000 von Motorola. Die dritte Generation von 64-K-DRAM-Chips, die noch kleiner sind als ihre Vorläufer, wird wohl im vierten Quartal zunehmend Abnehmer für sich gewinnen können. Kürzlich wurde bei Motorola auch mit der Erprobung der nächsten Generation von 256-K-DRAM-Chips begonnen. Die Massenfertigung soll Anfang, 1984 aufgenommen werden. Bei Dean Witter rechnet man damit, daß im Geschäftsjahr 1983 im Geschäftsbereich Halbleiter der größte Teil des Betriebsgewinns erwirtschaftet wird, der damit den Sektor Kommunikationseinrichtungen zum ersten Mal seit 1979 überflügeln wird. Konkurrenz könnte Motorola allerdings beim Absatz von Halbleitern an Computerhersteller bekommen, da besonders die Mikrocomputerproduzenten verstärkt auf Eigenentwicklungen zurückgreifen. Angesichts der vielseitigen Anwendungsgebiete dieser Chips, hier sind besonders die Automobilindustrie und die Häusgerätehersteller zu nennen, dürfte dies aber die Entwicklung. von Motorola nicht wesentlich beeinträchtigen.

Europa-Engagement in der Büroautomation

Der Unternehmensbereich Informationssysteme und die übrigen Geschäftszweige dürften mit einer weltweit besseren Konjunktur ebenfalls expandieren. Die britische Tochtergesellschaft Codex, die im Jahr 1979 übernommen wurde wird voraussichtlich einen wesentlichen Anteil daran haben daß bei den Informationssystemen auch 1983 ein Gewinn verbucht werden kann obgleich bei Four-Phase in diesem Jahr wahrscheinlich erneut mit einem Verlust gerechnet werden muß. Motorola gab kürzlich bekannt daß das Unternehmen demnächst den europäischen Markt für Informationssysteme direkt angehen werde, während man sich im Bereich der Büroautomation verstärkt über lokale Vertriebsgesellschaften engagieren will.

Angesichts eines Eigenkapitals von 78,3 Prozent glaubt Dean Witter, daß Motorola in den nächsten fünf Jahren ein Gewinnwachstum von jeweils 18 Prozent erreichen kann. Für 1983 rechnet man dabei mit einem Gewinn von 5,50 Dollar und für 1984 von 8,00 Dollar je Aktie.