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11.02.1977

Lohnt die Mitgliedschaft in einer User-Group?

An sich sollte es in Sachen .,Interessenvereinigung der Anwender" keine Fragezeichen geben: Also nicht "ob überhaupt", sondern doch wohl nur "wie". Daß der Gedankenaustausch der Anwender untereinander; die Artikulierung gemeinsamer Forderungen an den Hersteller; die gegenseitige Hilfe bei der Lösung allgemeiner Probleme (wer hat die bei Datenbanken und TP nicht?) heutzutage unerläßlich ist - wer wollte widersprechen? Allerdings sollte eine Vereinigung der Anwender (User-Group) nicht zum Selbstzweck werden; "Funktionären" nicht die Gelegenheit geben, sich aus Eigeninteresse mit dem Hersteller zu verbünden. So äußerten sich vier Anwender, allesamt Mitglieder von User-Groups. hö

Arnulf Oplusstil Abteilungsleiter Datenverarbeitung, Spar- und Darlehenskasse Österreichischer Eisenbahnbediensteter, Villach

Common Europe wurde Anfang der 60er Jahre aus Anwendern von kleineren IBM-Systemen mit in erster Linie wissenschaftlichen Anwendungen - damals IBM 1620 - gegründet. 1967 kamen dann die 1130er- und 1800er-Anwender und die kleinen 360/20-Anwender dazu. Heute gibt es zwei Gruppen, und zwar die DOS-Gruppe sowie die Gruppe von Benutzern der Systeme /7, /3 und /32. Damals lag der Sinn in der Selbsthilfe der EDV-Pioniere untereinander denn die IBM war mit ihrer schnell wachsenden Firma voll beschäftigt und hatte wenig Zeit für die User-Probleme. Die User-Group vermittelt die beschleunigte und lebenswichtige Kommunikation zwischen Hersteller und den Anwendern untereinander zum Vorteil beider Seiten - insbesondere auf dem Gebiet der Software. Heute liegen die Probleme für die "kleinen" Anwender und auch für Common ganz woanders: Mit der Entwicklung höherer Programmiersprachen kam die Angst vor Schäden oder Fehlinvestitionen und -installationen, heute bekämpft mit Garantieerklärungen, die von der Geschäftsleitung bei den jeweiligen Vertragsabschlüssen verlangt werden und später mit "Feuerwehraktionen" von seiten des Herstellers gelöst werden müssen damit "Zufriedenheit" herrscht. Die Geschäftsleitung

bekommt zwar dann, was sie will, aber den Ärger hat der Verantwortliche für die DV. Der Sinn der User-Group also ist:

1. Informationsaustausch schaffen zur Lösung solcher "Feuerwehraktionen";

2. Anwender wissen lassen, an wen sie sich in einer Art Nachbarschaftshilfe noch wenden können;

3. Den persönlichen Kontakt vermitteln zu anderen Anwendern mit denselben Problemen;

4. Als Vertreter der Gesamtheit der Anwender in Form von Resolutionen und Wünschen einen direkten Draht zum Hersteller zu schaffen, um allgemeine Probleme wie Programm-Bibliotheken und Systemsoftware zu lösen;

5. Eine Management-Information für Organisationsprobleme um und in der EDV zu erarbeiten.

Waldemar Krügel, Leiter der Produktion Rechenzentrale Bayerischer

Genossenschaften e. G., München

Unser Haus ist seit einiger Zeit Mitglied von zwei Benutzerkreisen: Einmal handelt es sich um den Zusammenschluß der Siemens-Anwender SCOUT und zum anderen um den Benutzerkreis für das Adabas-Datenbanksystern.

SCOUT untergliedert sich neben dem Führungskreis für den Vorstand in die Arbeitskreise Frühwarnsystem, Betriebssystem, Datenbank, Programmierung, Datenfernübertragung und Rechenzentrum.

Über die Wichtigkeit der Idee, ein derartiges Instrument für die Anwender zu schaffen, braucht man - so glaube ich - nicht mehr zu diskutieren. Einige Einrichtungen, wie zum Beispiel der Arbeitskreis Frühwarnsystem, ersparen eine Menge Ärger und Doppelarbeit. Ebenso ist eine gut funktionierende Kommunikation im Bereich der Betriebssysteme oder der Erfahrungsaustausch über die unterschiedlichen Rechenzentrums-Betriebe äußerst nützlich.

Der zweite Benutzerkreis, dem wir angehören (Adabas), ist ebenso sehr notwendig und mehr als berechtigt, da - wie die Erfahrung gezeigt hat - eine gegenseitige Befruchtung zwischen dem Hersteller, einem herstellerneutralen Unternehmen als Organisationsstützpunkt sowie den einzelnen Anwendern stattfindet.

Neben diesen Vorteilen sei aber auch noch ein Problem

angeschnitten: Die Effizienz derartiger Mitgliedschaften leidet durch die unterschiedlichen Interessenlagen zwangsläufig und ist somit noch verbesserungsfähig.

Lorenz Schadhauser, Verwaltungsdirektor und Leiter der DV, Landeshauptstadt München

Die Mitgliedschaft in einer User-Group ist dann sinnvoll, wenn es sich um eine herstellerunabhängige Vereinigung von Anwendern handelt. Wir gehören zum Beispiel der Adabas-User-Group an, die ausschließlich die Interessen der Adabas-Benutzer vertritt. Die Mitgliedschaft ist kostenlos; Treffen werden etwa zweimal im Jahr veranstaltet.

Begründer dieser Interessenvereinigung war die Hessische Datenzentrale, die mit einem Schreiben vom 24. September 74 alle Benutzer dieses Datenbanksystems zur Teilnahme aufforderte: "Als Zielsetzung dieser Gruppe stellen wir uns vor: Erfahrungsaustausch, Einflußnahme auf die Weiterentwicklung des Produktes, Sicherstellung der Wartung von Adabas im Falle wirtschaftlicher Schwierigkeiten der Hersteller." Seit der ersten Sitzung dieser User-Group am 4. 12. 74 bis

heute konnten wir bereits erhebliche Verbesserungen feststellen - die Mitgliedschaft lohnt sich also: Das Quell-Programm, normalerweise vom Hersteller nicht freigegeben, wird auf Anregung der Anwender jetzt zentral verwahrt und gewartet, jeder Benutzer erhält somit umgehend den neuesten Stand. Eine weitere Forderung, die gegenüber dem Hersteller durchgesetzt werden konnte, war, einen bestimmten Datenblock auszudrucken. Das entsprechende Programm, ursprünglich vom Hersteller nicht vorgesehen, steht heute allen Kunden zur Verfügung.

Aber nicht nur die Anwender ziehen Nutzen aus dieser

Vereinigung, sondern auch dem Hersteller kommt sie zugute: Er muß sich nicht mehr mit den Anwendern auseinandersetzen, die einzeln mit ihren Problemen auf ihn zukommen. Erstens, weil bereits durch den Erfahrungsaustausch bei den Meetings die meisten Probleme untereinander gelöst werden können, und zweitens, weil die User-Group nur noch mit wirklich "handfesten" Schwierigkeiten auf ihn zukommt.

Lothar Koebnik, Leiter des Rechenzentrums bei WMF, Geislingen

User-Groups sind "in". Warum? Das Wort "User" führt zum Trugschluß. Bei der Mehrzahl der Benutzergruppen ist als Initiator oder

Träger ein Hard- oder Softwarehaus vorhanden. Im wesentlichen ist also der Grund in der Zweierbeziehung - Veranstalter auf der einen und Benutzer auf der anderen Seite - zu finden. Beide suchen und pflegen die Beziehung, weil sie davon profitieren.

In kleineren Gruppen, beispielsweise den User-Groups der Datenbanken, mag das Hauptinteresse durchaus bei den veranstaltenden Softwarehäusern liegen. Denn nur in diesen Veranstaltungen gelingt es ihnen, an so konzentrierte Erfahrungen aus dem Alltag der Praxis zu gelangen. Wenn das "Feed Back" funktioniert, profitieren aber auch die Großen der User-Groups aus den gleichen Gründen. Die Hauptgründe für unsere Mitgliedschaft im Guide liegen im Erfahrungsaustausch, der Trenderkennung und Standortbestimmung, der Information und dem Kontakt zu IBM-Spezialisten und -Benutzern.

Diese Punkte, so banal sie auch klingen, enthalten Jedoch viele wertvolle Hilfen, auf die wir nicht mehr verzichten können. Es sind vor allen Dingen die vielen Kleinigkeiten am Rande, die - summiert - für die Praxis Hilfestellung und Anregung bringen. Daneben ergeben sich aber auch direkt spürbare Hilfen, zum Beispiel durch einen möglichen Programmaustausch. Konzentrierte Informationen über Verfügbarkeit und Erfahrung der Hardwarekomponenten in Verbindung mit den Softwarekomponenten sind nur über eine User-Group, zum Beispiel "Guide", erhältlich. Fazit: Es lohnt sich!