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04.04.1975

Lohnt sich die Kapitalanlage bei EDV-Herstellern?Aktien auf Schleuderkurs

MÜNCHEN - Siemens waren bislang die besten: eine Aktie des größten deutschen Elektrokonzern schwankte im vorigen Jahr nur zwischen einem Tiefstkurs von 180 und einem Höchstkurs von 236,50 Mark. Inzwischen sind sie auf 262,50 Mark je Stuck gestiegen - und bilden damit den einzigen "Elektrowert", der im Frühjahr 75 deutlich über dem Höchstkurs des Vorjahres liegt.

Alle anderen DV- und Elektro-Aktien hinken derzeit noch kräftig hinter den Höchstwerten des; Vorjahres her. Besonders weit vom Höchstwert des Vorjahres entfernt sind noch Rank Xerox, Litton, ITT und CDC sowie die deutsche Anker-Aktie.

Der Anker-Kurs hatte im Vorjahr zwischen 102 und 300 geschwankt der Geschäftsbericht hatte der Börse gar nicht gefallen. Das hat vorerst Nachwirkungen: trotz des Aufwärtstrends ist dieses Papier jetzt noch nicht halb so viel wert, wie Anfang 1974 noch dafür bezahlt wurde.

Am stärksten auf Schleuderkurs gerieten die Rank-Aktien, wo sich Höchst- und Tiefst-Kurs im vorigen Jahr wie 5 : 1 verhielten. Mit 9 Mark bringen sie jetzt gut ein Drittel dessen, was sie vor einem Jahr galten.

Beim IBM-Kurs hat sich im vorigen Jahr neben dem allgemeinen Börsentrend der Beginn der Antitrust-Prozesse ausgewirkt. Die jeweiligen Ereignisse vor Gericht beeinflussen diesen Kurs weiterhin verhältnismäßig stark. Auf die möglichen Folgen eines Aktiensplits als Ergebnis eines "Zerschlagens" von IBM wird vorerst allerdings offenbar noch nicht spekuliert - ob drei IBM-Drittel mehr wert sein könnten als eine ganze IBM-Aktie wird an den Börsen erst diskutiert. "IBM, Sperry und Siemens haben auch in schlechten Zeiten Ertragsstärke gezeigt", meint ein Anlageberater der Deutschen Bank. "Da könnte man noch drin bleiben, wenn die Papiere als Geldanlage gedacht sind." Die Ertragsstärke von Sperry erwies sich zuletzt allerdings nicht beim Computer- sondern beim Landmaschinengeschäft.

Als Wachstumspapiere kann man nach Meinung aus Bankkreisen die Aktien der DV-Unternehmen durchaus noch ansehen - falls man seine Erwartungen mäßigt und nicht mehr mit 20 bis 30 Prozent pro Jahr rechnet. Einen schnellen Aufschwung könnte ein DV-Papier bei Neuankündigungen nehmen: wer eine "5. Generation" oder etwas Ähnliches präsentiert, kann wenigstens an der Börse auf Gewinn rechnen.

Soweit Belegschaftsaktien angeboten werden, sollte man die kaufen. Ob und in welchem Umfang von den bei amerikanischen Firmen üblichen Optionen jetzt Gebrauch gemacht werden sollte, kann nur im Einzelfall entschieden werden - das hängt vom jeweiligen, meist festen Optionskurs und seinem Verhältnis zum jetzigen Börsenkurs ab.

In den USA, wo das Angebot an DV-Aktien wesentlich vielfältiger ist als in Europa, lohnt eine differenzierte Betrachtung: am stabilsten waren 1974 Aktien von Software- und Service-Firmen.

Sie standen Ende 1974 nach geringen Schwankungen wieder da, wo sie Anfang 1974 begonnen hatten. Das meiste, nämlich etwa 40 Prozent des Kurswertes, verloren im Lauf des Jahres 74 die Aktien von Computerherstellern; es folgten die Zulieferer, während Leasingfirmen und Peripherie-Hersteller ihre Kurse mit gewissen Schwankungen wenigstens einigermaßen (gemessen an anderen Kursverläufen!) hielten.