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03.05.1996 - 

BT und Cable & Wireless nehmen Verhandlungen auf

Londoner Fusionsplaene bewirken Katerstimmung bei RWE und Viag

Einem Bericht der "Financial Times" zufolge haben sich vor gut einer Woche die Chairmen von BT und Cable & Wireless, Iain Vallance und Brian Smith, zu ersten Sondierungsgespraechen getroffen. Dies war der erste "offizielle" Kontakt zwischen beiden Unternehmen seit rund einem Jahr. Seinerzeit hatte es schon Uebernahmeverhandlungen gegeben, die dann aber ohne Ergebnis abgebrochen wurden.

Nun wollen die beiden Mega-Carrier offensichtlich Naegel mit Koepfen machen. Dafuer spricht auch, dass es in einer zweiten Verhandlungsrunde, an der BT-Chef Peter Bonfield und C&W-Managing- Director Rod Olsen beteiligt waren, dem Vernehmen nach bereits ans Eingemachte ging. Insider werten dies als erstes Anzeichen fuer eine bevorstehende Einigung und rechnen damit, dass beide Unternehmen schon sehr bald mit einer entsprechenden Erklaerung an die Oeffentlichkeit gehen koennten. Dabei duerfte man aehnlich wie etwa Deutsche Telekom, France Telecom und Sprint bei der Gruendung ihres Joint-venture "Global One" vorgehen, also nicht die Genehmigung der zustaendigen Kartell- und Regulierungsbehoerden abwarten.

Unterdessen mehren sich die Spekulationen ueber die Auswirkungen des bevorstehenden Deals auf die internationalen Partnerschaften von BT und Cable & Wireless - insbesondere auch, was den deutschen Telecom-Markt angeht. Der Essener RWE-Konzern - seit Anfang Februar in einem Buendnis mit BT und der Muenchner Viag-Gruppe vereint, das bis dato allerdings nicht ueber ein blosses Memorandum of Understanding hinausgekommen ist - soll nach Angaben der "Financial Times" bereits wieder alte "internationale Kontakte" mit der US-Telefongesellschaft Bell South und dem daenischen Netzbetreiber Tele Danmark intensiviert haben, was allerdings in Essen heftig dementiert wird.

British Telecom liebaeugelt mit Veba als Partner

Sowohl das Management von BT als auch das von Cable & Wireless wuerde jedoch, wie es in gut informierten Kreisen heisst, fuer den Fall, dass die Fusion tatsaechlich zustande kommt, in Sachen deutscher Telecom-Markt lieber auf die Karte Veba setzen. Die Gruende hierfuer sind seit laengerem bekannt: Cable & Wireless ist mit dem Duesseldorfer Mischkonzern in Form diverser Ueberkreuzbeteiligungen verbandelt, und in der Londoner BT-Zentrale ist man alles andere als gluecklich ueber die Entwicklung des zusammen mit Viag vor rund eineinhalb Jahren gegruendeten Joint- ventures Viag Interkom.

Allerdings gibt es eine Unbekannte, die dieses Planspiel wieder zunichte machen koennte: Viag ist neben Thyssen Telecom der Favorit fuer den demnaechst zu vergebenden 49,9-Prozent-Anteil an der Bahn- Telecom-Tochter DB-Kom. Wer das nach dem der Telekom zweitgroesste Leitungsnetz in der Bundesrepublik besitzt, ist und bleibt, wie auch in London zugegeben wird, ein interessanter Partner.