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29.06.2005

Longhorn mit RSS-Infrastruktur

XP-Nachfolger erhält zentrale Funktionen zur Verwaltung von Feeds.

Nachdem einige wichtige Features aus Longhorn gestrichen wurden, kündigte Microsoft nun dafür eine umfangreiche Unterstützung für das Syndication-Format RSS an. Sinn dieser "RSS Platform" soll es sein, alle Abonnements zentral vom Betriebssystem verwalten zu lassen. Bisher führen alle RSS-fähigen Anwendungen wie News-Reader oder Web-Browser eine solche Liste selbst, in Zukunft können sie über eine neue Programmierschnittstelle Nachrichtenkanäle in die Windows-Datenbank ("Common Feed List") eintragen oder von dort auslesen.

Microsoft legt besonderen Wert auf Enclosures, also Einschlüsse von diversen Datenformaten in die Feeds. Dabei kann es sich um Audio- und Videodateien, aber auch - wie Microsoft auf der Gnomedex-Konferenz vorführte - um Kalendereinträge im iCalendar-Format handeln. RSS mutiert damit zum Transportmedium für alle möglichen anwendungsspezifischen Daten, die von Windows-Programmierern abgerufen werden können. Im Fall von Kalendern könnte ein Outlook-Anwender etwa Veranstaltungshinweise im Web abonnieren, die dann automatisch von der Groupware übernommen würden.

Microsoft erweitert das Syndication-Format

Microsoft möchte im Rahmen seiner RSS-Pläne das Syndication-Format erweitern, um ihm neue Anwendungsgebiete zu erschließen. RSS wurde ursprünglich als Schlagzeilenservice konzipiert, bei dem neue Nachrichten ganz oben auftauchen und im Lauf der Zeit von nachfolgenden Informationen nach hinten verdrängt werden. Dieses Muster trifft beispielsweise nicht auf Listen zu, bei denen Updates häufig nur in einer neuen Sortierung bestehen. Beispiele dafür wären etwa Hitparaden oder Bestseller-Verzeichnisse. Die von Microsoft vorgesehenen Erweiterungen signalisieren der Client-Anwendung, dass sie es mit solchen Daten zu tun hat. Die RSS-Extensionen sollen unter der Lizenz Creative Commons ("Some rights reserved") publiziert werden.

In den Genuss der RSS-Initiative kommt zukünftig auch der Internet Explorer. Er soll in der Version 7 jene Feeds, die eine Website anbietet, automatisch bei ihrem Besuch entdecken können. Diese Funktion ist in Konkurrenzprodukten schon seit längerem vorhanden, etwa bei Firefox und Opera.

Die Idee einer plattformübergreifenden Verwaltung von RSS hat bereits Vorläufer in der Apple- und Java-Welt, und zwar mit "Safari RSS" und "Rome". (ws)