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09.01.2004 - 

IPv6, Toredo & Co.

Longhorn öffnet Kommunikationswege

Erste Nachrichten über das Microsoft-Betriebssystem "Longhorn" zeigen unter anderem, wohin für den IT-Konzern die Reise in Sachen Kommunikation geht. Von Eric Tierling*

Für Microsoft gehört die Zukunft offensichtlich IPv6, das die heute in Intranet und Internet verwendete Version 4 des Internet Protocol mit seinem begrenzten Adressraum auf längere Sicht ablösen soll. Probleme, wie sie in heutigen IPv4-Umgebungen etwa mit Network Address Translation (NAT) und IP Security (IPsec) gang und gebe sind, gehören laut Microsoft mit IPv6 der Vergangenheit an. Um den Übergang zwischen beiden Versionen möglichst einfach zu gestalten, soll Longhorn einen einzigen TCP/IP-Stack beinhalten, der sowohl mit der 4er als auch der 6er Version des IP zurechtkommt.

Des Weiteren wird Longhorn ein Tunneling vornehmen, um eine IPv6-Connectivity zwischen Teilnehmern auch über öffentliche IPv4-Netze wie etwa das jetzige Internet sowie private Intranets herzustellen. Entwickler können sich somit auf die Erstellung von Anwendungen mit durchgängigen Verbindungen konzentrieren, ohne sich um die darunter liegenden technischen Details Gedanken machen zu müssen.

Unter dem Namen "Toredo" bastelt Microsoft zudem an einer Technologie, die eine IPv6-Connectivity zwischen zwei Clients selbst dann herstellt, wenn diese jeweils über eine IPv4-NAT-Firewall miteinander kommunizieren. Server, die sich zum Beispiel in Redmond befinden könnten, sollen hierbei dazu dienen, den jeweiligen Toredo-Clients global eindeutige IPv6-Adressen zuzuteilen, so dass eine Kommunikation untereinander möglich wird.

Internet-Zugriff besser gesichert

IPv6, Toredo & Co. werden auch in Longhorn von der Internet-Verbindungs-Firewall (ICF) berücksichtigt. In einer Präsentation zeigte Microsoft kürzlich Entwicklern, wie die Freigabe eines Ordners für einen Benutzer ausschauen kann, der über das Internet auf den eigenen PC zugreifen will: Erst nachdem das persönliche Zertifikat des Benutzers vorliegt und ihm der Zugriff auf den Ordner freigegeben worden ist, ließ die Firewall des PC Ping-Anfragen passieren. Allein dies könnte ein Schritt zu wesentlich mehr Sicherheit vor unbefugten Zugriffen sein.

Zertifikate eröffnen in Longhorn, so die Vorstellung Microsofts, noch weiter gehende Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Anwendungen. Ein Benutzer könnte zum Beispiel einem Online-Versandhaus sein Zertifikat nicht nur zur Identifikation im Zusammenhang mit der Bezahlung zur Verfügung stellen. Rein technisch gesehen wäre es auch möglich, dass das betreffende Internet-Kaufhaus, sofern gewünscht, einen neuen Eintrag im Kalender des Benutzers direkt auf dessen PC vornimmt, sobald der Versand der bestellten Waren erfolgt ist.

Um dies zu ermöglichen, spielen eine Reihe von Verfahren zusammen, zu denen neben WinFS zur Speicherung von Kontakten und zugehörigen Zertifikaten auch die neuen Identitäts-Services gehören - nicht zu verwechseln mit dem "Microsoft Identity Integration Server 2003". Wer zudem vertraute Partner erkennen will, die sich mit ihrem Wireless-Notebook in Verbindungsreichweite befinden, für den gibt es die neue API-Schnittstelle Unified Service Discovery and Publication (USDP). Sie dient beispielsweise dazu, Drucker zu erkennen, wobei es keine Rolle spielt, ob diese per LAN, WLAN oder Bluetooth erreichbar sind. Ebenfalls in diese API einbezogen sind das Active Directory, UDDI und UPnP, so dass Entwickler sich um technische Programmierdetails zur Erkennung von Geräten, Web-Diensten und vertrauten Personen weniger Gedanken machen müssen.

In der aktuellen Alpha-Version von Longhorn und dem dazugehörigen Preview-SDK sind viele der hier beschriebenen Funktionen vorerst nur rudimentär angelegt. Doch in den kommenden Monaten dürfte Microsoft hier manches nachreichen, damit sich Entwickler eingehender etwa mit Kommunikationsanwendungen auf Basis von Longhorn beschäftigen können. (ue)

*Eric Tierling ist freier Journalist und Buchautor in Leichlingen (eric@ito.de)