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22.01.1999 - 

Lotus Domino wird auf das Freeware-Unix portiert

Lotus Domino wird auf das Freeware-Unix portiert Anwender zwingen IBM auf Linux-Kurs

MÜNCHEN/ORLANDO (wh) - Auf Druck seiner Kunden hat sich IBM entschieden, "Lotus Domino" nun doch in einer Version für das Freeware-Unix Linux anzubieten. Auch die Nachfrage nach der Datenbank DB2 für Linux hat die Marketiers offenbar überrascht. Entgegen den ursprünglichen Plänen denkt man in Armonk nun darüber nach, Lizenzgebühren für die Software zu verlangen.

Als Lotus-Chef Jeff Papows vergangenes Jahr verlauten ließ, die IBM-Tochter plane keine Linux-Variante der jüngsten Lotus- Domino-Version, erntete er einen Sturm der Entrüstung. Unmittelbar nach der Erklärung auf der Entwicklerkonferenz Lotusphere in Berlin bombardierten Kunden den Manager mit wütenden E-Mails.

"Früher war mein Standpunkt: Wozu braucht die Welt ein weiteres Unix?", erklärte der Lotus-Chef auf der Lotusphere 99 in Orlando. Die Anwender haben ihm die Antwort gegeben. Einige Monate nach der Freigabe des mehrfach verschobenen "Release 5" (siehe Seite 12) soll Lotus Domino mit "Lotus Notes" in einer Variante für Linux auf den Markt kommen. "Das bedeutet aber nicht, daß wir Open Source oder irgendeine Art von Freeware anbieten werden", beeilte sich der Lotus-CEO hinzuzufügen. "Schecks und Überweisungen sind nach wie vor willkommen."

Gleiches gilt offenbar auch für die Datenbank DB2, die IBM ursprünglich auch in einer Multiuser-fähigen Linux-Variante gebührenfrei anbieten wollte. Auf seiner Web-Site offeriert der Hersteller momentan lediglich kostenlose Betaversionen von DB2 für Linux: eine "Personal Edition", ein Software Development Kit (SDK) und das Modul "Netdata", das die Verbindung zwischen einem HTML- Browser und der Datenbank herstellt.

Entgegen den Erwartungen bekundeten nicht nur Universitä- ten oder Internet-Service-Provider, sondern auch klassische Großanwender wie beispielsweise Banken starkes Interesse an der Software. "Die Nachfrage ist extrem groß", berichtet Wolfgang Mischenborn, Brand Manager DB2 in der deutschen IBM-Dependance. Hinsichtlich eines Kurswechsels in puncto kostenfreier Abgabe gab er sich gegenüber der COMPUTERWOCHE zurückhaltend: "Es gibt Gerüchte, daß darüber nachgedacht wird, zukünftige Versionen eventuell kostenpflichtig zu machen. Was dabei herauskommt, steht heute noch in den Sternen." Eine Entscheidung ist nach seiner Einschätzung erst mit der generellen Verfügbarkeit von DB2 für Linux zu erwarten. Damit sei Mitte des Jahres zu rechnen.

Das Interesse an Linux-Software wächst nicht nur bei IBM. Auch andere große Datenbankanbieter registrieren einen regelrechten Run auf entsprechende Varianten ihrer Produkte. "Wir haben innerhalb von zwei Wochen mehr als 20 000 Downloads von Oracle 8 for Linux registriert", bilanzierte etwa Erwin Mertens, Leiter Produkt- Marketing bei Oracle, im Dezember letzten Jahres. Ähnliches meldete der Konkurrent Informix.