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Unter schwachem US-Geschäft leidet auch die Software-Branche:


05.05.1989 - 

Lotus-Erträge machten Rutschpartie

MÜNCHEN (CW) - Vom Konjunkturtief in Amerikas DV-Industrie sind auch viele Software-Produzenten betroffen. Während Microsoft und Ashton-Tate noch geringe Gewinnsteigerungen zu verzeichnen haben. schrumpften die Erträge bei Lotus in den ersten drei Monaten dieses Jahres mächtig zusammen.

Im vergleichbaren Vorjahresquartal hatte die in Cambridge/Massachusetts beheimatete Lotus Development noch einen Profit von 18,3 Millionen Dollar einfahren können. Jetzt sackten die Erträge um 71 Prozent auf 5,3 Millionen Dollar ab. Der Umsatz stieg um 2,3 Prozent auf 120 Millionen Dollar aufgrund der weiterhin starken Nachfrage nach dem Tabellenkalkulationsprogramm Lotus 1-2-3.

Den drastischen Gewinnrückgang erklärte ein Sprecher des Unternehmens mit den hohen Kosten, die im abgelaufenen Quartal unter anderem für spezielle Marketingaktionen angefallen seien. Diese galten dem Ausbau der Lotus-Marktposition im Bereich Spreadsheets. Darüber hinaus erweiterte das Softwarehaus seine Vertriebskanäle. Inzwischen ist auch die neue Version 3 von Lotus 12 3, ein dreidimensionales Tabellenkalkulationsprogramm für MS-DOS und OS/2, in den Beta-Test gegangen. Erste Auslieferungen der langerwarteten Software sind für Juni geplant.

Wesentlich besser schnitten in den ersten drei Monaten dieses Jahres Microsoft und Ashton-Tate ab. Allerdings: Grund zum übermäßigen Jubel über ihre Quartalsresultate hatten auch sie nicht. Beide Unternehmen klagten vor allem über ein schwaches US-Geschäft; außerhalb des amerikanischen Marktes habe man wesentlich mehr eingenommen.

Immerhin erzielte die in Redmont ansässige Microsoft im abgelaufenen Quartal noch eine Ertragssteigerung von 10 Prozent auf 60,5 Millionen Dollar. Doch gemessen an den in den vergangenen Quartalen erreichten Steigerungsraten von 40 Prozent ist dieses Resultat recht mager. Schuld daran ist jedoch nicht nur der schwache US-Absatz. Vielmehr kam es auch zu Lieferverzögerungen zweier Textverarbeitungsprogramme. Zudem, so erklärte ein Sprecher, hätten viele Lieferanten Ende 1988 ihren Lagersband so aufgeführt , daß die Aufträge nach dem Jahreswechsel ausblieben. Dennoch konnte Microsoft beim Umsatz beachtlich zulegen. Nach 161,8 Millionen Dollar im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, erzielte das Softwarehaus jetzt 197 Millionen Dollar.

Nur um 3,6 Prozent auf 11,5 Millionen Dollar stiegen die Erträge der kalifornischen Ashton-Tate, während der Umsatz um 24 Prozent auf 89,8 Millionen Dollar kletterte. "Ashton-Tate bezahlt für alte Sünden und verzögert neue Produkte, kommentiert Richard Sherlund von der Börsenfirma Goldman Sachs & Co. das Ergebnis. Dennoch habe der Software-Hersteller besser abgeschnitten als erwartet. Die Kalifornier hatten im abgelaufenen Quartal ihren Lieferanten erlaubt, ihre mit älteren Ashton- Tate-Produkten gefüllten Lager abzubauen. Im Laufe dieses Jahres sollen die neuen Versionen ausgeliefert. werden.

Ganz schlecht erging es dem kleinen PC-Software-Maker Samna Corp. Der Produzent von Textverarbeitungssoftware verzeichnete einen Quartalsverlust von 64 1000 Dollar. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Profit von 330 00û Dollar gemacht. Der Umsatz hingegen stieg um 5 Prozent auf 2,9 Millionen Dollar.