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06.12.1996 - 

Fünfter Kongreß der Deutschen Notes User Group

Lotus' Intranet-Pläne lösen Anwender-Probleme nicht

Viel Platz räumte der Veranstalter in der Agenda dem Lotus-Management ein, um sich gegen Bedrohungen aus dem Intranet-Lager verteidigen zu können. Die Antwort manifestiert sich im "Domino"-Server (siehe Seite 29) und der Zerstückelung der Bürosuite in zunächst sechs einzelne Komponenten wie etwa Tabellenkalkulation, Zeichenprogramm und Dateibetrachter.

Den Weg in Richtung offene Standards und Internet-Verfahren quittierte die versammelte Anwenderschar zwar mit Wohlwollen, ganz unkritisiert wollte sie den Hersteller dennoch nicht ziehen lassen. Im Anschluß an einen Vortrag des Marktforschungsinstitutes IDC, der die Entwicklung der Unternehmen zu dezentralen Strukturen belegen sollte, entzündete sich eine Diskussion über die Leistungsfähigkeit der Workgroup-Plattform.

Im Kreuzfeuer der Kritik, der sich auch verschiedene Notes-Entwicklungsschmieden anschlossen, standen Defizite, die Notes bei der Unterstützung geschäftskritischer Prozesse aufweist. Der Vorwurf zielte vor allem auf die Datenbank, die nicht für komplexere Aufgaben geeignet ist und Funktionen wie Rollback-Verfahren oder Repair-Mechanismen vermissen läßt. Nur mit sehr viel Aufwand, so die Kritik, ließen sich die Mängel ausbügeln.

Doch das führt sogleich zum nächsten Problem. "Die Wartung ist sehr aufwendig", berichtet etwa Olaf Börner von der BCC Unternehmensberatung GmbH, Langen, einem Haus, das prozeßorientierte Lösungen unter Notes entwickelt. Problematisch seien etwa die Komplexität, aber auch die fehlenden Möglichkeiten zur Dokumentation der Entwicklungsarbeiten. "Verläßt der Entwickler das Haus, ohne eine auf eigene Faust erstellte Dokumentation zu hinterlassen", so ein Notes-Anwender, "gibt es große Probleme mit Notes-Altlasten."

Doch häufig erlangt die Notes-Installation nicht einmal den Status einer Workflow-Plattform. Weil die Unternehmen zuwenig Entwicklungsaufwand betreiben, um komplexe Anwendungen zu schreiben, fristet Notes ein Dasein als E-Mail-Werkzeug oder Informationsservice für Kantinenpläne. Auf der einen Seite ist Notes zu komplex, so die Kritik, auf der anderen Seite fehle eine Workflow-Logik, mit der sich umfangreiche Regeln für den Informationsfluß modellieren lassen.

Viele Dnug-Mitglieder klagten zudem über den ausgetrockneten Arbeitsmarkt. Erfahrene Spezialisten seien derzeit kaum zu bekommen. "Die einzige Möglichkeit ist, Hochschulabsolventen zu verpflichten und selbst auszubilden", berichtet ein Teilnehmer resigniert.